Kalimera – Geheimtipp Athos

Von Hubertus Neidhoefer

Die Region Athos im Süden der griechischen Halbinsel Chalkidiki ist nach wie vor noch ein Geheimtipp für jene, die nicht mit dem Touristenstrom schwimmen wollen.

Und wird es vermutlich auch bleiben, wegen der Entfernung zum nächsten Flughafen Thessaloniki.

Die Fahrzeit von dort bis zum Fuß des Berges Athos beträgt etwa zwei Stunden, die aber wie im Flug vergehen. Denn jeder Blick aus dem Fenster erscheint wie ein Werbespot über einen Naturpark der Lebenslust mit einer Arten- und Vegetationsvielfalt, wie man sie so südlich – hier am untersten Zipfel Griechenlands – nie geglaubt hätte.

Aber Athos ist besser als jeder Film. Hier spürt man sofort: Da ist etwas Einzigartiges in der Luft, was alle Sinne belebt. Etwas ganz Besonderes. Sinnlich und außergewöhnlich, fremd und doch vertraut. Es ist die offene Herzlichkeit, die ehrliche Gastfreundschaft, die Lebensfreude, der man überall begegnet.

Und es sind die sinnlichen Geschmackserlebnisse durch gekonnt kreative Zubereitungen vorwiegend regionaler Produkte – nicht ausschließlich, aber bevorzugt vegetarisch dank dem Reichtum der Natur zu Land und im Wasser.Es sind auch die endlosen Sandstrände, das kristallklare Wasser, die einsamen kleinen Buchten und die romantischen Fischerdörfer.

Es ist ebenso die besinnliche Stille hoch in den Bergen, bei der die Zeit stehen zu bleiben scheint, wie die herzliche Gastlichkeit dort vereinzelt zurückgezogen lebender Mönche. Der unvergessliche, grandiose Ausblick über das weite Meer, fast bis ans Ende der Welt. Vollendete Harmonie des Lebens im Einklang mit der Natur … endlich angekommen an einem besseren Ort. Und über all‘ dem schwebend und immer zugegen: Der Berg Athos. Der Berg der Heiligen, der Wachturm der Orthodoxie und die Wiege der Kultur. Der „Garten der Gottesmutter, wo Himmel, Erde und Meer sich verbinden zu einem irdischen Paradies in einer göttlich inspirierten, musikalischen Harmonie“.

Ein Staat im Staat: selbstverwaltet, geheimnisvoll und für die meisten nie erreichbar. Einzigartig und von naturbelassener Schönheit, mit über 20 Klöstern, zwölf Skiten und achthundert Zellen, in denen ausschließlich Mönche leben.

Wer die dort angebauten Weine verkostet, versteht warum sie zu den besten der Welt zählen.

Athos – der Berg der mich ruft. Ich werde seinen Ruf mein Leben lang hören, ihm folgen und wiederkommen. Auch im Winter gibt es Momente, in denen ein Weißwein besser schmeckt als sein rotes Pendant. Beispielsweise beim Klassiker Käsefondue. Hier wird oft bereits in der Zubereitung des Käses trockener Weißwein zugegeben. Zu diesem gehaltvollen Gericht empfiehlt sich ein Roditis aus Griechenland. Die Weine aus dieser weißen Rebsorte verfügen über einen mittleren Körper, eine moderate, gut eingebundene Säure sowie einen langen Abgang. So harmonieren sie optimal mit fettigeren Speisen. Und wer – typisch deutsch – an Weihnachten Würstchen mit Kartoffelsalat isst, der macht mit einem aromatischen Weißwein aus Malagousia-Trauben garantiert nichts falsch. Diese Weine weisen ein fruchtig, blumiges Aroma mit Noten von Pfirsichen und weißen Blüten auf. Durch den meist moderaten Alkoholgehalt passen sie gut zu der Cremigkeit des Kartoffelsalats und den Würstchen.

Zu den wohl bekanntesten Rotweinsorten aus Griechenland zählt Xinomavro. Diese autochthone Rebsorte wird sowohl sortenrein als auch als Cuvée-Partner ausgebaut. Die Trauben ergeben einen rubinroten Wein mit einem feinen Bouquet von Feigen bis hin zu roten Früchten und Tabaknoten. Der Wein passt – sortenrein ausgebaut – mit seinem vollen Mundgefühl und den kräftigen, gut eingebundenen Tanninen und seiner feinen Struktur gut zu winterlichem Sauer- oder Rinderbraten mit dunkler Soße und Klößen. Als Cuvée schmeckt Xinomavro auch zu Gans oder Ente aus dem Backofen. Ein weiteres beliebtes Essen – vor allem für größere Gruppen – ist Raclette. Durch das Backen im Pfännchen verstärkt sich das kräftige Käsearoma und wird um Röstaromen ergänzt. Dazu passen reichhaltige Weine aus der autochthonen roten Rebsorte Agiorgitiko hervorragend. Es handelt sich dabei um eine der ältesten Rebsorten der Welt und sie kann ganz unterschiedliche Weintypen hervorbringen. Besonders Vertreter mit intensiven Aromen, mittlerer Säure und gut eingebundenen Tanninen unterstützen den Genuss von kräftigem, deftigerem Essen wie Raclette.

Eine wiederentdeckte, rote Rebsorte ist Limniona. Ihre Trauben bringen farbintensive, würzige Rotweine mit Aromen von Kirschen und Erdbeeren hervor. Sanfte Tannine sowie eine angenehme Frische sorgen dafür, dass der Wein nicht zu schwer wird und sich somit ausgezeichnet als Speisenbegleiter für Fleischfondue mit würziger Brühe eignet.

Meist endet ein Festmahl nicht nach dem Hauptgang. Zumindest Gebäck wie Vanillekipferl oder Butterplätzchen werden immer noch gerne genascht. Hierzu passen Süßweine aus Griechenland, die Aromen von gerösteten Nüssen, getrockneten Früchten und Honig aufweisen. Während rote Süßweine besser zu dunkler Schokolade passen, eignen sich weiße Vertreter sehr gut zu Nusskuchen, weißem Schokoladenmousse, Zimtparfait und Lebkuchen mit Zuckerglasur. Wer will, kann die Süßweine natürlich auch solo oder anstatt Dessert genießen. Das Hauptaroma der Muskattraube mit vollfruchtigem und sehr samtigem Charakter wird ergänzt durch kräftige Aromen von kandierten Früchten, Honig und Kräutern sowie einer gut eingebundenen Säure. Im Abgang hinterlassen griechische Schaumweine daher keine schwerfällige Süße, sondern bleibt angenehm leicht.

Nikos Weinwelten Athos

Euböa – Eine genussvolle Endeckungsreise auf eine mir unbekannte Insel

Von Jens Hoffmann

Einfach mal raus, die Seele baumeln lassen und es sich gut gehen lassen.

Reif für Insel, aber welche? Wer die Abwechslung in der Natur sucht, sich dorthin sehnt wo sich Himmel und Meer in allen ihren Facetten ausleben, der sollte nach Griechenland reisen.

IMG_5359

Er muss auf die griechische Insel Euböa, auch Evia genant.

Kalimera, Ankunft in Athen.

Acropolis

Ein sonniger Märztag, das Quecksilber zeigt über 20 Grad.

Wir wurden am Flughafen in Athen abgeholt fuhren mit dem Auto direkt nach Euböa. Eine Stunde später ist man auf der zweitgrößten griechischen Insel nach Kreta angekommen.

IMG_5422

Irgendwann ist jeder Reisejournalist mal auf Euböa gewesen, nur ich war noch nicht dort. Das holte ich nach und genoss die Schönheiten dieser mir unbekannten Insel. Diese Insel umgibt ein Mythos, dem sich die Besucher nicht entziehen können. Eine der Besonderheiten von Euböa ist es, dass sie über zwei Brücken mit dem Festland verbunden ist. Eine davon überbrückt die mit nur 50 Metern schmalste Meerenge der Welt. Viele Athener nutzen Euböa deshalb als Wochenendausflugsziel. Wer einmal eine „Prise Euböa“ geschnuppert hat, der wird von der Insel nicht mehr loskommen. Ihr Reiz liegt für mich im Pakt von Meer und den Bergen, das Miteinander von Wasser und Stein ist wahrlich offenkundig – 80% der Insel bestehen aus Bergen. Euböa bietet ber auch Architektur, traumhafte Strände, kristallklares Meer, blauen Himmel, viel Sonne, bedeutende Ausgrabungsstätten und Kultur.

Zitrone

Man findet hier den Flair von Attica und den kykladischen Inseln, Zitronenbäume, Orangen, Kakteen, zerklüftete Berge, Schluchten in denen Ziegen herumklettern und viel Natur.

IMG_5413

Zwar ist man oftmals allein mit dem Meer und den vieln Bergen, dennoch findet man überall auch den griechischen Alltag,  gut besuchte Tavernen und Restaurants. Die Hauptstadt der Insel ist Chalkis. Hier wohnten wir, im Stadthotel Lucy. Das Hotel lässt sich auch durch einen unscheinbaren Hintereingang betreten.

 

IMG_5349

Ein charmanter, unaufgeregter Empfang in der Lobby, kurze Zeit später treten wir diesmal durch den Vordereingang auf die Strandpromenade von Chalkis.

Mein Zimmer hat einen Balkon und Blick aufs Meer, so wie ich es mag.

IMG_5346

Überhaupt ist das 4-Sterne Hotel Lucy ein prima gelegenes City Hotel, perfekt um Chalkis zu erkunden.

IMG_5352

Chalkis verbindet das Festland mit der Insel und verleiht der Stadt ein Doppelgesicht, sie ist zugleich Insel und Festland. In der Stadt gibt es einige Hotels und eine grosse Strandpromenade, aber auch grüne Felder und unzählige gelb strahlende Margariten.

IMG_5445

Überall hat sich die Insel ihren ländlichen Charme bewahrt.

Ja, was macht Euböa denn wirklich so besonders?

Für mich die Lage, Historie, das Essen und die griechische Mythologie. Davon gibt es auf Euböa eine Menge. Achilles der als Kind bekanntlich mit Löwenleber und Bärenmark gefüttert wurde, startete von Euböa in den Trojanischen Krieg, bevor er durch einen Pfeil in seine Ferse in Troja starb. Auch die Kolonisation der Küsten von Makedonien, Korfu und des Westens begann von hier.

IMG_5418

Die Insel hat das Rote Haus, die Kirche des Heiligen Demitrios und die hellenistischen Nekropolen von Chalkis. Einzigartig ist auch das “Gezeiten-Phänomen des Euripos”. Dieses versetzt die Welt seit Jahrtausenden in Erstaunen und der berühmteste Einwohner von Euböa – Aristoteles hat sich nach der Volksmythologie aus Verzweiflung über das ungelöste Rätsel in die Strömung geworfen. Wahrscheinlich hat sich Aristoteles aber nicht selbst ertränkt, sondern lediglich versucht, die endgültige Erklärung der Pegeldifferenz zwischen dem Nordeuböischen und Südeuböischen Golf zu finden. Viel später fand man die Lösung in der Anziehungskraft von Mond und Sonne auf die Erde.

Die Insel ist wie Griechenland, sie hat von allem etwas. Interessant ist sie auch für Trekkingfans, Kletterer und Radfahrer. Prima das es immer mehr e-bike Verleihs gibt, dies bietet sich auch an bei der Vielzahl der Berge.

Die Kulinarik kommt auch nicht zu kurz, überall findet man grossartiges Essen.

IMG_5170

Die Insellage und die bergige Landschaft – das alles nimmt Einfluss auf die Küche. Euböa war immer schon ein Kreuzpunkt der Kulturen und die Hafenstadt Eritria ein wichtiger Handelsknotenpunkt.

IMG_5425Hierdurch kamen viele Kräuter und Gewürze nach Euböa. Oregano, Basilikum, Thymian, Oregano, Kamille, Koriander, Salbei, Knoblauch und Minze. Dazu Lamm, Tintenfisch, Fisch und Meeresfrüchte. Eine schöne Feinschmeckerregion. Bei unseren kulinarischen Erkundungen stiessen wir auf viele Leckereien, regionale Spezialitäten, Biofood und Innovation .

Wir besuchten den Pilzzkulturenzüchter Dirfis.

IMG_5375

Die Pilze wie die „Golden Oysters“ wachsen auf überwachtem Ökosubstrat und bei gleichbleibender Gewächshaustemperatur (auch im Sommer).

IMG_5369

 

Diese Wachstumsart und Lagerung erhöht die Qualität, Aromen und Inhaltstoffe der Pilzkulturen. Es kommt während der gesamten Wachtumsphase auch zu keinem Einsatz von Chemikalien. Der Betrieb ist als Bio-Betrieb zertifiziert und das Aroma und die innovativen Ideen der Betreiber sprechen für sich. Dirfis bietet seine verschiedenen Ideen und Kreationen wie Pfifferlinge mit Honig im Glas, Risotto (in der Tüte verpackt) oder auch getrocknet an.

Die Produkte werden auf lustige Weise beworben und in die ganze Welt verkauft.

Danach stand bei uns der „Superfood Entrepreneur Berryland“ auf der Agenda.

IMG_5401

 

Auch er produziert seine Produkte -wie Beerenmarmelade mit Silber- 100% biologisch und möchte demnächst in die ganze Welt exportieren.

http://www.berryland.gr

Mein persönliches Glück fand ich jedoch pünktlich zum Lunch beim Shop von Amali Kerasmata.

Amali1

 

Frau Kerasmata verfolgt ein anspruchsvolles Kräuterkonzept, bei ihr gibt es alle erdenklichen Kochzutaten und selbstgemachte Saucen zum Geniessen und Glücklichmachen.

Ganz nebenbei gibt es hier aber auch das beste Essen der Nachbarschft. In ihrem kleinen Laden serviert sie –bisher nur auf Vorbestellung- wahrlich kulinarische Erlebnisse auf hohem Niveau.

Amali

Leicht und genussvoll servierte sie die gesamte Bandbreite der regionalen mediteranen Küche.

Tintenfisch eingelegt in Minze, Köfte, Humus und Gemüse – dazu vorzüglichen Wein als Begleitung. Wunderbar, alles hat lecker geschmeckt. Dieses Essen machte Lust auf griechische Küche und ich freue mich schon jetzt auf ihr eigenes Restaurant, das bald öffnen wird. Ein spannender Ort der Kulinarik aber schon heute.

Amalikeras Mata

Tsafouzeri-Fish Greece

Nach einem Spaziergang durch die Stadt ging es am Abend in das schöne Fischrestaurant Tsafouzeri in Chalkis.

Tsafouzeri

Hier gab es fangfrische Muscheln, Fisch und Tintenfisch. Alles wunderbar.

Dazu wurde wie überall der “neue Wein aus Griechenland” ausgeschenkt. Mein Favorit heisst übrigens Assyrtiko; intensive, frische Frucht, gute Säure und Mineralität. Mit seinem Aromenprofil und individuellen Geschmacksstrukturen veranschaulicht er die „neuen“ griechischen Weine auf lebhafte Art. Ebenso wie die Griechen Wein genießen und lieben. Passend dazu, führte uns am nächsten Tag unsere “Culinary Tour Euböa” zum Weintasting ins Weingut Petriessa.

Hier verkosteten wir schöne Weine mit einem kleinen, späten Frühstück. Es hat Spass gemacht. Die köstlichen Petriessa Weine (rot und weiss) kann man übrigens auch an Bord von Aegean Air probieren. Unbedingt machen.

Weingut Petriessa

Dann zogen wir um ins Hotel Negroponte.

5 - Greece

Ein elegantes 5-Sterne Resort. Direkt am Strand gelegen, bietet es alles, was einen Aufenthalt leicht und angenehm gestaltet, einen großen Außenpool, der von alten Pinienbäumen umgeben ist und einen herrlichen Blick auf den Evoischen Golf und die Küste des östlichen Attika.

IMG_5449

Inspiriert aus der Zeit der Antike, mit viel Marmor in der Lobby und Respekt für die natürliche Umwelt wurde die moderne Hotelanlage erbaut. Das Hotel in Eretria verfügt über 100 Zimmer. Die Küche verwöhnt mit traditionellem griechischen Essen.

olives

Hier findet man die Ruhe, die man sich in Zeiten digitaler Überladung immer wünscht, auch wenn meine Ruhe kurzzeitig von britischen Starfighter-Piloten gestört wurde. Für viele Menschen ist es die schönste Sache der Welt diesen Flugzeugen hinterherzuschauen, für andere bleibt es ein ohrenbetäubendes Ereignis. Zum Glück war die Flugshow schnell beendet und ich träumte im Liegestuhl weiter von der Zeit, als die Insel eine Durchreisestation für Geschäftsleute auf dem Weg in den Orient und nach Fernost war.

Wir dürfen gespannt sein was noch alles auf Euböa passiert, am besten erzählt man es nicht jedem, das es ein schöner Ort der Entspannung ist.

Fazit: Euböa ist eine Reise wert und bleibt nie eine Episode.

Anreise: Lufthansa und Aegean Air fliegen von Frankfurt, Düsseldorf und Berlin direkt nach Athen. Von hier aus weiter mit dem Auto, Bus oder Schiff nach Euböa

Anreise: Aegean Air

Aegean Air

Unterkunft: Es gibt es zahlreiche günstige Hostels und kleinere Hotels wie das „Lucy Hotel“

Lucy Hotel

Das „Negroponte“ gehört zu den gehobenen Resorts der Insel.

Negroponte Hotel Negroponte

Die Reise wurde unterstützt von der Griechische Zentrale für Fremdenverkehr
Direktion für Deutschland.
Visit Greece