Text: Jens Hoffmann

Landpartien machen immer Spass und das Frankenland ist wahrlich eine Reise wert, traumhafte Weingüter, kompromisslos geradlinige Weine, herrliches Essen, Kultur und viele Bademöglichkeiten, dies alles findet man entlang der Mainschleife.

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Dazu gab es 28 Grad und Sonnenschein.

Nach vielen Sommerreisen ins Ausland ist es besonders schön den diesjährigen Sommer in Deutschland zu verbringen.

Die Region Unterfranken kannte ich zudem bislang nicht besonders gut und es war beeindruckend zu sehen wieviel Natur, romantische Plätze und schöne Weinhänge sie bietet.

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Unsere Reise began in Frickenhausen, einem der ältesten Weinorte der Region. Es liegt eingebettet in das enge Maintal. Zur Geschichte, die Bischöfe von Würzburg förderten den Weinbau und erhobenen Frickenhausen zum bischöflichen Tafelgut. Frickenhausen wurde dadurch zum Villenvorort des Würzburger Adels.

Wir wohnten in Frickenhausen im “Meintzinger”, Hotel und Weingut.

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Eine mittelalterliches Hideaway perfekt mit modernen Hotelstandards kombiniert macht das Hotel beinahe zur Luxusherberge. Jedenfalls erwartet den Gast etwas mehr als eine normale Hotelübernachtung.

http://www.hotel-meintzinger.de

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Der “öffentliche” Kühlschrank des Hotels ist prall gefüllt mit schönem Silvaner, Rieslingsekt, Weissburgunder und rotem Dominawein. Was man verzehrt schreibt man an. Es fällt leicht sich wohlzufühlen im Meintzinger und wir nehmen sogar noch ein Bad am Sommersitz der Würzbürger Fürstbischöfe.

Die Familie Meintzinger setzt wie fast alle Winzer der Region auf die Rebsorte Silvaner, aber wie bereits angemerkt gibt es auch ausgezeichneten Weissburgunder, Riesling und auch schöne rote Domina Weine. Die Weine lagern in einem Kellergewölbe aus dem 15. Jahrhundert direkt unter uns.

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Frankenweine verbinden Tradition mit Moderne, sie haben ein tolles mineralisches Aroma und schmecken einfach gut. Nach einigen Gläsern Silvaner, Riesling und Weissburgunder auf unserer grossen Terrasse mit schönem Holzboden haben wir gut geschlafen.

 Nach dem Frühstück ging es los nach Volkach.

 Bei der Vielzahl der Vorzeigeweingüter in der Region verliert man beinahe den Überblick. Die Traditionsweingüter Juliusspital, Bürgerspital, Staatlicher Hofkeller stehen für Genuss und werden bestimmt neue Weinfans begeistern.

Bei unserem ersten Weingutbesuch landeten wir direkt bei einem meiner Lieblingswinzer: Max Müller I. Das Weingut gehört seit vielen Jahren zu meinen Favoriten und ich freue mich jedesmal wenn ich im Restaurant eine Flasche Eigenart auf den Tisch gestellt bekomme.

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Max Müller I, Meintzinger, Rainer Sauer alle haben bereits viele Auszeichungen und Titel wie „Wein des Jahres“ und „Best of Gold“ und viele Sterne erhalten und dies nicht ohne Grund. Frankenwein und Bocksbeutel prägen weite Teile der Genusslandschaft und des Lebens hier. Was sie aber alle so beliebt und erfolgreich macht wissen wir nun auch: Geschmack, Weinfreunde, Lust und Leidenschaft für Weine ohne Zuchthefen, die so die Filigranität der kargen Böden widerspiegeln und dazu einladen den Silvaner, Grauer Burgunder, Weisser Burgunder, Eschendorfer Lump Riesling neu zu entdecken.

Zum Eschendorfer Lump kommen wir später.

Max Müller I “Eigenart” den mag ich einfach, er hat bei mir fast den gleichen Stellenwert wie ein Glas Champagner. Der hauseigene Silvaner gefällt mir so gut, dass wir uns davon ein Fläschchen schnappen und fahren mit Rainer Müller in die Weinberge. Das zweite Gläschen tranken wir dann im Weingut an den Steilhängen.

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Die Zeit vergeht wie im Flug, wir müssen weiter zur Vogelsburg.

Gemütliche Restaurants findet man im Frankenland unzählige, viele Weinstuben mit alten Täfelungen, Holztischen grossartige Biere und Weine, ideale Orte um einzukehren.

Unsere Restaurant für den Mittagstisch überrascht aber auch den weitgereisten Reisejournalisten. Das Restaurant Vogelsburg. Von der Terrasse der Vogelsburg eröffnet sich dem Besucher der schönste Panoramablick über die Mainschleife mit ihren Weinbergen.

Die Vogelsburg thront auf dem Escherndorfer Lump, einer steilen Paradelage für ökologischen Weinbau. Dem Wirtshaus angeschlossen ist die Kirche Mariä Schütz, und im benachbarten Konventhaus wohnen wohl noch immer Augustinerschwestern, deren Orden die Vogelsburg viele Jahre bewirtschaftete. Die Schwestern übertrugen die Vogelsburg auf die Stiftung Juliusspital, einer der Gründe warum deren Weine auf der Karte stehen. Geschmackliche Gründe sprechen wohl auch dafür.

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Der Ausblick auf den sich windenden Altmain und die Speisekarte hält, was sie verspricht. Ich ass eine Leberknödelsuppe und einen Saibling, dazu erneut Silvaner. Vorzüglich, den fränkischen Sauerbraten hätte ich gerne auch noch probiert.

Natürlich gibt es in einem fränkischen Lokal auch etliche einheimische Spezialitäten wie Leberkäse, Schäufele  oder besagten fränkischen Sauerbraten. Waller, Zander, Hecht, Saibling, Karpfen, Forelle stammen direkt aus dem hauseigenen Bassin. Das macht Lust auf weitere Besuche. Die Vogelsburg und das zugehörige Hotel bekommt auf meiner Reiseliste einen Platz ganz oben.

 Das nächste Etappenziel heisst Nordheim am Main. Mit der Fähre begleitet von drei Autos und einigen Fahrradfahrern gelangen wir über den Altmain dorthin. Hunderte Hektar Reben sind vom Fluss umgeben und stimmen uns ein auf Divino Nordheim, Rainer Sauer… Top Winzer im Schnelldurchlauf. Die Familie wartet in Frickenhausen auf den Papa mit Riesling Sekt. Die Zeit vergeht im Flug.

 Am nächsten Tag geht es weiter nach Würzburg. Würzburg ist eine Stadt zum Entdecken und Erleben, ein Mosaik von Lebensfreude, Zeitgeit und kulturellem Flair.

Wir besuchen die Residenz und sind gefesselt von so viel alter Baukunst.

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Balthasar Neumann schuf von 1720 bis 1744 das “Schloss über allen Schlössern“ und  der Venezianer Tiepolo über dem freigewölbten Himmel des Treppenhauses das größte Deckenfresko der Welt. Für die Deckenmalerie allein würde sich schon ein Besuch in Würzburg lohnen.

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Abends wird dann “gebridged”. Wir geniessen erneut wunderbaren Silvaner auf der Mainbrücke, live Musik und den lauen Sommerabend.

Leider stoppt ein lauer Sommerregen diesen Abend und wir kehren zurück in unser Hotel Rebstock.

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Was uns nicht besonders schwer fällt da das Hotel Rebstock sich auszeichnet durch herzlichste Gastfreundschaft.

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Sie haben außerdem das Konzept Open Bar – die Besucher nehmen sich Sonntags soviel Wein wie sie möchten – ins Leben gerufen, so dass wir den Abend gemütlich bei einem Riesling an der Hotel Bar ausklingen lassen.

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http://www.bestwestern.de/hotels/Wuerzburg/BEST-WESTERN-PREMIER-Hotel-Rebstock

Weiter gehts am nächsten Morgen zum Weingut Knoll. Hier wurde geradeein 14tägiges Weinfest gefeiert. Die Hausherrin empfängt uns dennoch mehr als herzlich und zeigt uns ihr Anwesen mit den neu gebauten modernen Häusern in denen Weinverköstigungen statt finden.

Wir sind begeistert nicht nur von dem wunderbaren Riesling Sekt auch die Architektur entspricht genau meinem Geschmack und passt perfekt in die Steilhänge des Weingutes.

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Hier sieht man deutlich wie aufwändig der Weinbau in Steillagen ist und dass Weinbau eine Menge Arbeit macht, Es ist einfach schön den Wanderweg durch die Weinberge zu gehen, die Aussicht über Würzburg zu geniessen und die Arbeit der Winzer zu schätzen.

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Auch hier stehen die Winzer für naturnahen und qualitätsorientierten Weinbau, der zeigt, dass die fränkische Weinbautradition in die Moderne aufgebrochen ist.

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Ein schöner Ausflug in die Hochburgen deutscher Weinkultur geht am Bahnhof Würzburg zu Ende.

Lifestyle, Wein und Kultur, das Ziel zu geniessen war die Vorgabe und wir haben es perfekt umgesetzt.

Unterkunft: Meintzinger, Rebstock

Infos:

Fränkisches Weinland Tourismus, Turmgasse 11, 97070 Würzburg, Telefon: 0931/37 23 35, Internet: www.fraenkisches-weinland.de

Tourismusverband Franken, Wilhelminenstraße 6, 90461 Nürnberg, Telefon: 0911/94 15 10, E-Mail: info@frankentourismus.de, Internet: www.frankentourismus.de

Vogelsburg, 97332 Volkach, www.vogelsburg-wirtshaus.de