Im Salento, der Halbinsel, die den Absatz des italienischen Stiefels bildet fühlt man sich sofort zu Hause.
Überall gibt es fantastisches Essen, herzliche Menschen und aufregende Städte wie Lecce und das malerische Hafenstädtchen Otranto.
Bella Italia.
Auf gehts.
Die Reise kann beginnen.
Wir sind bereit, ein aufregendes Reisepaket auszupacken.
In Santa Maria di Leuca soll der heilige Petrus an Land gegangen sein.
Wow.
Die Stadt Lecce ist das apulisches Florenz .
Wow, nun aber los.
Die Region galt lange als Ende der Welt, sozusagen nicht „instagrammable“.
Ich nehme es vorweg, es stimmt nicht.
Salento beglückt viele italienische Touristen und Reisende mit Stil und Lust auf kulinarisches Glück.
Fasziniert schauen die Besucher auf das Meer, als stünde ein besonderes Ereignis bevor.
Dabei gibt es an sich nichts Besonderes zu entdecken – wüsste man nicht, dass hier an den Kalkfelsen, der die Adria vom Ionischen Meer trennt, einst der Heilige Petrus an Land gegangen sein soll.
Hier wurde das Evangelium verkündet.
Ja, so will es die Legende, die in Apulien weiterlebt.
Als Finis Terrae, das Ende der Welt, bezeichnete man in der Antike diesen magischen Ort.
Salento holte in Sachen Tourismus mächtig auf und ist heute eine wunderschöne Destination
Die Apulier leben im Einklang mit Kultur, Natur und Landwirtschaft sie gehören nicht nur für uns in die erste Liga italienischer Traumlandschaften.
Auch wenn am Wochenende Leece gegen Juventus Turin 1:0 verloren hat.
Schade.
Die neuen Grossgrundbesitzer sind Fussballprofis wie Alfred Duncan, ein ghanaischer Fussballprofi der sich in die Landschaft verliebte. Er betreibt eine Masseria, eine Art Finca, die etwas luxuriőser sind und einst gegen die Überfälle der Türken mit Wachtürmen und hohen Mauern befestigt worden waren.
Zahlreiche Masserien wurden aufwendig restauriert und in Hotels mit feinen Restaurants umgewandelt.
Viele besserverdienende Norditaliener aus Mailand und Turin leben nun im Süden, weit weg vom Trubel an der Riviera und Adria.
Auch viele Nordeuropäer kauften sich hier ein, so entwickelte sich die salentinische Halbinsel zu einem neuen Hotspot, über den auch die New York Times als neues Topreiseziel berichtet.
Die Küstenstrasse von Marina di Leuca über Santa Cesarea Terme bis nach Otranto ist ein Erlebnis für sich: Kilometerweit erstrecken sich vor dem blaugrün schimmernden Meer feinsandige, von Wildkräutern überwucherte Dünen. Zwischendurch tauchen hinter den Kurven kleine Fischerdörfer und enge Buchten auf, welche die Wellen über Jahrtausende in das karge Karstgestein gegraben hat.
Das Treiben in Otranto ist geschäftig, die Urlauber zieht es vor allem ins Centro storico, ins Zentrum der Altstadt.
Dort geniesst man das farbenfrohe Ambiente und kann sich in einem der zahlreichen Kunsthandwerkerläden und Keramikfabriken nach einem Mitbringsel umsehen.
Kunsthistoriker reisen eigens wegen des über 800 Jahre alten Mosaikfussbodens in der normannischen Kathedrale an.
Es ist weltweit das einzige, fast vollständige Mosaik aus dieser Zeit. Nur einen Steinwurf von Griechenland und dem heutigen Albanien entfernt war die Hafenstadt im Altertum ein bedeutender Umschlagplatz. Heute dümpeln in der von gesichtslosen Neubauten eingerahmten Hafenbucht nur noch Fischkutter und die Jachten wohlhabender Besucher aus ganz Italien.
Der Weg führt oftmals an verdorrten Olivenbáumen vorbei, zu mittelalterlichen Ruinen.
Immer wieder rücken Feigen- und Mandelgärten ins Bild. Alles strahlt mediterrane Gelassenheit aus.
Das Essen ist úberall wunderbar und wir fúhlen uns wohl.
Das Aushängeschild der salentinischen Halbinsel aber ist Lecce, mit 100 000 Einwohnern die grösste Stadt der Provinz.
Wegen ihres überschwänglichen Formenreichtums an Girlanden, gewundenen Säulen und Rosetten, Putten und Fabeltieren an Kirchen- und Palastfassaden schmückt sie sich gern als apulisches Florenz .
Hier zeigen sich die imposanten Reste des römischen Amphitheaters auf der Piazza Oronzo, dort wo die Lecceser gern ihren Espresso trinken.
Der Barock hat auch das lokale traditionelle Handwerk geprägt.
Seit mehr als zwei Jahrhunderten werden in Lecce Heilige, Madonnen und Kreuze hergestellt. Das Material eignet sich besonders für Schutzpatronenfiguren, die während der stundenlangen Prozessionen mühelos getragen werden können. Zudem gibt es viele auch heute noch Keramikfirmen, die viele Dinge mit Keramik und Ton herstellen.
Wir sind faziniert von einer Küste mit atemberaubenden Gesteinsformationen sowie dem flachen Hinterland und seinen unzähligen verdörrten Olivenbäumen.
Was ist hier passiert, so wunderschön es ist, es sieht wirklich besorgniseregrend aus.
Eine Verwüstung, angerichtet von dem Bakterium Xylella fastidiosa (Feuerbakterium). Dieses Bakterium hat zwei Drittel der Olivenbäume in Apulien zerstört, jahrhundertealte Olivenhaine fielen ihm zum Opfer.
Die Erreger blockieren den Wasser- und Nährstofftransport in der Pflanze.
Millionenen von Olivenbäumen im Salento sind abgestorben, die Bewohner nutzen sie nun als Kunstobjekte und suchen neue Wege, weil das Bakterium nach dem Beschnitt die verbleibende Baumsubstanz oftmals umso heftiger angreife.
Der Salento ist Heimat von Millionen Olivenbäumen.
Manche von ihnen sind tausend Jahre alt – oder gar älter.
Sie prägen das Landschaftsbild des Salento wie keine andere Pflanze.
Wir schließen das Kapitel und widmen uns den schönen Dingen des Lebens zu.
Leider hat ein Bakterium zwei Dri
Das ist traurig, aber man sucht nach Auswegen.
Typisch für den Salento sind die zahlreichen Wachtürme, die entlang der Küste auf Landzungen und Felsvorsprüngen thronen.
Sie dienten der Verteidigung und stammen aus dem 15. Jahrhundert.
Olivenhaine soweit das Auge reicht. Seit Jahrhunderten ist der Salento geprägt von seinen uralten Olivenbäumen, die mit ihren dicken, knorrigen Stämmen.
Es blockiert den Wasser- und Nährstofftransport innerhalb des Baums und lässt ihn verdursten. Der Olivenbaum vertrocknet und stirbt.
Was das nun genau bedeutet: Wo einst üppig grüne Olivenhaine zu bestaunen waren, ragen heute im Salento teils nur noch vertrocknete Baumkronen aus der Landschaft.
Noch nicht alle Olivenbäume fielen dem Bakterium zum Opfer, aber eine beträchtliche Menge – und es ist schwer, den Erreger einzudämm
Vielleicht fragst du dich, ob du für den Salento nur einen oder mehrere Stopps einplanen solltest? Hier gibt es kein richtig oder falsch und die Entscheidung ist Geschmackssache.
Da die Distanzen nicht endlos weit sind, erreichst du die meisten Reiseziele im Salento in maximal einer Stunde. Du kannst dir somit problemlos eine zentral gelegene Unterkunft suchen und von dort aus sternförmig den Salento erkunden.
So haben wir es gemacht und würden uns immer wieder dafür entscheiden. Zusätzlich verbrachten wir allerdings auch eine Nacht in Lecce, um das Altstadt-Flair dieser besonderen Stadt auch in den Abendstunden so richtig genießen zu können. Für uns war diese Aufteilung die beste Option.
Was für ein traumhaftes Refugium! Die elegante Masseria Corte degli Aromi ist der perfekte Wohlfühlort für einen herrlichen Urlaub im Salento.
Die Masseria (= alter, renovierter Gutshof – ähnlich einer Finca in Spanien) befindet sich in idyllischer Grünlage am Rande des kleinen Dorfs Palmariggi, nahe Otranto. Sie beherbergt nur sieben Suiten. Jede davon ist komplett individuell eingerichtet. Das stilvoll-elegante Design zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Anlage.
Zurück zur Suite: In puncto Ausstattung fehlt es hier einem an nichts. Vom bequemen Bett bis hin zum privaten Pool – hier kann man einfach komplett abschalten. Sowohl die Suite als auch die restliche Anlage ist sehr hochwertig und mit Liebe fürs Detail eingerichtet.
Das Frühstück ist ausgezeichnet. In Italien präferiert man ja zum Frühstück Süßes, daher übertrifft die Kuchenauswahl am Morgen jedes Dessertbuffet.
Es gibt auch genügend Salziges, wie etwa Käse, Antipasti aber auch Müsli und sehr gutes Brot.
Unser Fazit: Eine Oase, die perfekt gelegen ist.
Eines der absoluten Highlights im Salento: Die traumhafte Küstenstraße im Osten entlang zu fahren. Berühmt ist vor allem der Abschnitt zwischen Otranto und Santa Maria di Leuca am südlichsten Zipfel des Salento.
Weiter zu einer aufregenden Prozession an der Grotta della Poesia.
Die Kraft der Meeresströmung hat hier einen wunderschönen Naturpool erschaffen.
Obwohl die Szenerie dank des türkisblauen Wassers wirklich malerisch ist, darf man hier eigentlich nich schwimmen.
Otranto
Der nächste Stopp ist die wunderschöne Hafenstadt Otranto. Hierfür würden wir dir empfehlen, mindestens eine Stunde einzuplanen. Unsere Tipps und die schönsten Sehenswürdigkeiten verraten wir dir im nächsten Kapitel („Sehenswerte Städte im Salento“).
Leuchtturm bei Otranto
Etwa zehn Autominuten südlich von Otranto empfiehlt sich schon der nächste Zwischenstopp. Hier, am östlichsten Punkt Italiens, thront nämlich der Leuchtturm Punta Palascìa.
Vom Parkplatz (der leider winzig klein und fast zu übersehen ist) führt dich ein Schotterweg (ca. 10-15 Minuten) hinab zum Leuchtturm. Bei klarer Sicht kannst du am Horizont sogar die Berge Albaniens erkennen.
Parken: Am unbefestigten Parkplatz an der Straße beim kleinen Militärgebäude (kostenlos)
Santa Cesarea Terme
Weiter geht’s Richtung Süden. Als nächstes stoppen wir in Santa Cesarea Terme, einem charmanten, eher noblen Kurort, der für sein Spa- und Wellness-Angebot berühmt ist. Santa Cesarea Terme beherbergt mehrere Grotten mit schwefelhaltigem Heilwasser, das wohl schon seit der Antike geschätzt wird.
Das inoffizielle Wahrzeichen des Städtchens ist der Palazzo Sticchi, ein markanter Palast im maurischen Stil. Aktuell (Stand Herbst 2022) wird der Palast renoviert und ist eingerüstet.
Solltest du in Santa Cesarea Terme einen Bade-Stopp machen wollen, dann findest du hier mit der Spiaggia Porto Miggiano eine sehr schöne Bucht. Der Weg hinab ist ein kleines Abenteuer und definitiv nicht für ältere, gebrechliche Menschen oder kleine Kinder geeignet.
Ponte Ciolo
Einige geparkte Autos und ziemlich viele junge Menschen haben uns dazu veranlasst, spontan hier zu stoppen – und siehe da: Welch ein Glück! Vom Auto aus erkennt man nämlich gar nicht, in welch eindrucksvoller Umgebung man sich hier befindet.
In rund 26 Metern Höhe überspannt eine Brücke („Ponte Ciolo“) hier eine spektakuläre Schlucht. Unten in der Tiefe befindet sich eine malerische Badebucht. Allein für den Blick hinab lohnt sich ein kurzer Zwischenstopp.
Wer mehr Zeit mitbringt, kann natürlich auch hinab wandern. Wir persönlich vermuten, dass hier in der Hochsaison einiges los ist. In der Nebensaison war es angenehm ruhig.
Parken: Je nach Verfügbarkeit an der Straße südlich der Brücke. (Wenn viel los ist, wird es allerdings schwierig.)
Lecce
Die größte und eine der bedeutendsten Städte des Salento ist die Barockstadt Lecce. Mit ihren zahlreichen eindrucksvollen Barockbauten erwarten dich in Lecce einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Salento.
Da wären zum einen die zahlreichen imposanten Kirchen von Lecce, allen voran der gigantische Dom. Er thront auf der weitläufigen Piazza del Duomo. Besonders begeistert waren wir von der Krypta unterhalb der Kathedrale – wow!
Nicht weniger eindrucksvoll ist das Römische Amphitheater an der Piazza Sant’Oronzo. Es stammt aus dem 2. Jahrhundert und wurde tatsächlich erst zufällig während Ausgrabungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt.
Otranto
Nicht umsonst zählt Otranto zu den „borghi più belli d’Italia“, den schönsten Orten Italiens. Das gemütlich Flair der kleinen Hafenstadt mit ihren weiß gekalkten Häusern hat uns sofort zugesagt.
Die Altstadt Otrantos ist mit ihren verwinkelten Gässchen ein kleines Juwel im Salento – allerdings auch ziemlich touristisch. Das merkt man spätestens daran, dass es in der Altstadt kaum regionale Lebensmittelhändler oder Geschäfte für den täglichen Gebrauch gibt.
Wir würden dir empfehlen, ca. zwei Stunden für deinen Rundgang durch Otranto einzuplanen. Folgende Orte und Sehenswürdigkeiten können wir empfehlen:
- Basilica Cattedrale di Santa Maria Annunziata: Die Kathedrale von Otranto und wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt. Berühmt ist sie insbesondere für ihr Bodenmosaik aus dem 12. Jahrhundert. (Kleiner Tipp: Mittagspause der Kathedrale beachten!)
- Castello di Otranto: Die alte Befestigungsanlage stammt aus dem 10. Jahrhundert. Wir haben sie nur von außen bestaunt. Innen ist ein Museum untergebracht.
- Lungomare: Sehenswert ist auch die palmengesäumte Strandpromenade von Otranto. Am besten du spazierst von der Altstadt bis zum Stadtstrand – von dort hast du nämlich auch einen netten Blick zurück Richtung Otranto.

Wir würden dir empfehlen, ca. zwei Stunden für einen Besuch einzuplanen. Folge Orte und Sehenswürdigkeiten solltest du nicht verpassen:
Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist das Santuario di Santa Maria de Finibus Terrae. Dabei ist es gar nicht so sehr die Kirche, die diesen Ort so besonders macht, sondern viel eher der weitläufige, eindrucksvolle Platz, von dem du noch dazu einen wunderschönen Blick hinab Richtung Hafen genießt. Auch ein Leuchtturm thront hier – insgesamt wirklich sehenswert.
Vor Sonnenuntergang ist an diesem Ort auch in der Nebensaison nicht gerade wenig los. Mit etwas Glück findest du aber direkt davor einen Parkplatz.
Der vermutlich tollste Platz für den Sonnenuntergang liegt etwa 10 Autominuten entfernt am Kap Punta Ristola. Hier befindest du dich dann wirklich am südlichsten Punkt Apuliens. Weil das Kap recht exponiert gelegen ist, hast du in beide Richtungen (sowohl zurück Richtung Santa Maria di Leuca als auch Richtung Sonnenuntergang) einen spektakulären Blick.
Du kannst ganz bequem direkt am Kap parken (ein bisschen Parkplatz-Glück ist gefragt). Wer möchte und trittsicher ist, kann auch über die Felsen etwas nach vorne wandern.
Entlang der Küste des Salento befinden sich unzählige Badebuchten und Strände – viele davon winzig klein und versteckt, andere etwas breiter und langgezogen.
Die Buchten sind wirklich schön, aber nicht vergessen dass Apulien auch für italienische Touristinnen ein beliebtes Reiseziel ist.
Torre Sant’Andrea: Diese felsige Bucht liegt direkt an den Klippen der spektakulären Ostküste des Salento.
Baia dei Turchi: Ein relativ weitläufiger Sandstrand mit felsigen Abschnitten. Di
Spiaggia di Pescoluse: Dieser Strand trägt den Spitznamen „Malediven des Salento“.
