Text: Jens Hoffmann

Asti – das prickelnde Finale

Das wunderbar vielfältige Piemont eingebettet zwischen den Alpen und der Küste, ist nicht nur reich an Kultur und Schönheit, sondern auch eine wunderbare Weinregion.

Im Piemont dreht sich alles um Moscato, es ist die Heimat des Asti.

In den Weinbars und Restaurants in der Provinz Asti ist der Moscato immer dabei.

Und auch außerhalb des Piemont hat der Moscato, dessen internationale Vermarktung weiter voranschreitet, seinen Siegeszug angetreten. Vor allem in den USA und in Asien wird er hoch geschätzt.

In Europa geniesst man ihn sowieso überall.

Der Moscato wird in allen Gemeinden angebaut und vinifiziert werden:.

Die Provinz mit der gleichnamigen Hauptstadt in der italienischen Region Piemont umfasst ein riesiges Hügelgebiet mit vielen Weinbergen, das gesamte südliche Monferrato-Hügelgebiet ist über 1.500 km² groß.

Die Region ist die Heimat grosser Weine. Platzhirsch ist der Barbera, aber weisse Tropfen prägen immer schon Piemont. 

Berühmt für ihre Rekorde -wie das größte, gefüllte Fass der Welt- sind es vor allem die Schaumweine, die aus der schon im Jahre 1203 erwähnten Moscato Bianco oder auch als Moscato d’Asti oder Moscato di Canelli bezeichneten Sorte produziert werden. 

Das „Consorzio per la Tutela dell’Asti“, ein Konsortium zum Schutz der Asti-Weine wurde am 17. Dezember 1932 gegründet. 

Es hieß ursprünglich Konsortium zum Schutz des typischen Moscato d’Asti Spumante und der Asti Spumante-Weine.

Sein Markenzeichen war der Schutzpatron von Asti, der heilige Secundus, zu Pferd.

Das „Consorzio“ arbeitet täglich daran ASTI DOCG und MOSCATO d’ASTI D.O.C.G. in Italien und weltweit zu schützen, zu entwickeln und zu fördern. 

Diese Arbeit umfasst Projekte wie das EEQF -Enjoy European Quality Food und die Qualitätskontrolle entlang der gesamten F&B Produktionskette.

Genusskontrolle und die Überwachung der Verwendung von Bezeichnungsnamen um Fälschungen zu verhindern.

Der Weinbau ist ein wichtiger Bestandteil der Genussregion.

Zum Großteil wurden jedoch früher, einfache, rasch zu genießende Weine produziert.

Perlende bzw. schäumende Weine gab es hier schon im Mittelalter.

Im 17. Jahrhundert, als das Piemont noch zum Herzogtu Savoyen gehörte, verbesserte der Hofjuwelier der Herzöge von Savoyen Giovanni Battista Croce die Anbau- und Kellertechniken seiner Herrschaft. 

Im Jahre 1870 führte der als „Vater des italienischen Schaumweins“ bezeichnete Carlo Gancia di Methode Champenoise ein und begründete den berühmten weißen Schaumwein. 

Die beiden Weintypen Moscato d’Astiund Asti Spumante (auch kurz Asti) erhielten als erste italienische Schaumweine im Jahre 1994 die DOCG-Klassifikation. 

Beide wurden zunächst nach der Metodo italiano (Tankgärung) hergestellt, später kam beim Asti Spumante auch die Variante „Metodo tradizionale“ (Flaschengärung) hinzu.

Die DOCG-Zone Asti umfasst insgesamt 52 Gemeinden hauptsächlich in der Provinz Asti (28 Gemeinden), erstreckt sich aber auch zum Beispiel in die Provinz Alessandria (9).

Die Bestimmungen sind im Detail unterschiedlich. Sie bestehen im tatsächlichen bzw. Alkoholgehalt (4,5 bis 6,5% bzw. 11% beim Moscato d’Asti gegenüber 7 bis 9,5% bzw. 12% beim Asti Spumante).

Früher gab es nur eine süße Version des Asti Spumanti, dann wurde auch ein trockener Asti in den Versionen secco, demi-sec und extra-secco eingeführt.

Es gibt die mit Tankgärung sowie mit Flaschengärung (mit Zusatz am Etikett: Metodo Classico bzw. Metodo Tradizionale) produzierten Weintypen.

Mit rund 100 Millionen Flaschen im Jahr steht er im Ranking hinter Champagner und Cava, weltweit an der Spitze der Schaumwein-Produktion.

Der besonders in Italien beliebte Wein ist heute ein weltweit feiner Genuss geworden. Die Marketingmaschinerie hat alles unternommen um das „La vita est bella“ Gefühl zu vermitteln und auch geschafft.

Gratulation.

Eine Weinreise führte mich in diese Region, vom Flughafen Malpensa in Mailand ging es direkt nach Asti (Fahrzeit zwei Stunden) und schnell sah ich, das man im Piemont nicht nur wandern, baden und klettern, sondern auch Skifahren kann. Es ist eine abwechslungsreiche, touristische Destination die auf jede Bucketlist gehört.

Ich fühlte mich sofort wohl in der Genussregion und am Abend klangen die Korken.

Die Flaschen werden immer noch wegen des geringen Drucks mit normalen Korken verschlossen, tragen eine Jahrgangsangabe und eignen sich das süße, leichte Leben zu genießen.

Wer abends Lust auf Rotwein hat wird aber nicht enttäuscht.

Es gibt großartige Barbera, Nebiolo und Barolo.

Und es macht Spaß diese Weine mit wundervollem Essen zu paaren.

Mir gefiel ein fantastischer Barbera von Braida di Giacomo Bologna. Der Bricco dellone Ucellone hat es mir angetan.

Sozusagen Liebe auf den ersten Schluck.  

Kochen und Essen gehört zu den stärksten aktuellen Lifestyletrends. Inspiriert durch Kochsendungen, Unterhaltungshows oder einfach nur durch italienische Mamas boomt das Thema ungemein.

Wir waren im Oktober zur Trüffelzeit in der Region. 

Pasta und Trüffel, zumeist weiß, passt immer und landet auf jedem Tisch.

In den Restaurants von Asti lässt sich nicht nur Trüffel genießen, sondern man kann hier die ganze kulinarische Vielfalt des Piemont entdecken und alles über den Weinbau in der Region erfahren.

Es war eine schöne Reise.

La Vita est bella in Piemont.

Informationen:

EEQF – Enjoy European Quality Food