Der Gault&Millau Österreich 2027 wurden im feierlichen Rahmen des Hilton Vienna Park präsentiert – von Philip Rachinger als Chef of the Year über Dorli Muhr als Weingut des Jahres bis hin zu Karl und Rudi Obauer, die für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und mit minutenlangen Standing Ovations gefeiert wurden
Philip Rachinger ist „Chef of the Year 2027“
Philip Rachinger zeigt, dass große Küche weit über den Tellerrand hinausreicht. In sechster Generation führt er die kulinarische Tradition seiner Familie an der Großen Mühl in Neufelden fort. Nach Stationen im Steirereck und bei Pierre Gagnaire in London entwickelte er im heimischen Mühlviertel seine unverwechselbare Handschrift: eine tiefgründige, eigenständige Küche, geprägt von den Produkten der umliegenden Wälder und Wiesen. Im Ois (4 Hauben) serviert er an nur fünf Tischen seine überraschende „Carte blanche“. Doch Rachinger ist weit mehr als ein herausragender Koch. Mit Initiativen wie der „Wirtshausroas“, seinem Engagement für die Wiederbelebung leerstehender Gasthäuser und Projekten wie der „Healthy Boy Band“ setzt er sich für eine lebendige Gastronomiekultur ein und bringt internationale Aufmerksamkeit in seine Heimat. Sein Gespür für gesellschaftliche Themen, seine Tatkraft und seine kulinarische Exzellenz machen ihn zum verdienten Koch des Jahres.
*Mit dem neuen Award „Chef of the Year“ ersetzt Gault&Millau den bisherigen Titel „Koch des Jahres“ – auch als Zeichen des Respekts gegenüber den vielen herausragenden Frauen in der heimischen Spitzengastronomie.
Female Power
Die Female Power nimmt in der heimischen Gastronomie über alle Disziplinen hinweg Fahrt auf. Janina Trogisch vom Tannenhof in St. Anton ist „Patissière des Jahres“.
Der „Service Award“ geht an Larissa Andres, Gastgeberin Jola und Lara in Wien.
Doril Muhr hat den Award „Weingut des Jahres“ erhalten und Winzerin Tamara Kögl vertritt die „Entdeckung des Jahres“.
Karl und Rudi Obauer gewinnen „Lebenswerk des Jahres“
Eine Ära geht zu Ende. Mehr als vier Jahrzehnte prägten die Brüder Oberbauer Austrias Gastronomie.
Rudi Obauer lernte sein Handwerk bei Troisgros, Émile Jung und Alain Chapel. Karl sammelte seine Kocherfahrungen von Salzburg bis an den Arlberg. Ihr einzigartiger Küchenstil verbindet französische Klassiker mit regionalen Produkten und fernöstlicher Exotik verbunden. Die Obauers haben nicht nur die kulinarische Landschaft Österreichs geprägt, das Netz an Obauer-Schüler:innen ist eine der Säulen der österreichischen Spitzengastronomie. Karl übernahm 1979 das Gasthaus Lebzelter im Markt Werfen von seinem Onkel. Aus dem Salzburger Landgasthof haben die Brüder eine Weltadresse gemacht. Jahrzehnte lang waren sie mit 5 Hauben an der Spitze unserer Bewertungen. Am 26. Oktober schließen Karl und Rudi Obauer ihr Restaurant in Werfen und beenden damit ein Kapitel österreichischer Genussgeschichte.
Future Awards
Bereits zum dritten Mal verleiht Gault&Millau gemeinsam mit der VERBUND AG die „Future Awards“ an neun Betriebe in ganz Österreich. Ausgezeichnet werden Tourismus-, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, die sich in besonderer Weise für Umwelt- und Klimaschutz engagieren und mit innovativen Konzepten eine nachhaltige, zukunftsfähige Wirtschaftsweise vorleben.
Es wurden über 2.000 der besten Weine, Sekte und alkoholfreie Alternativen Österreichs getestet.
Erstmals seit seinem Bestehen wurde zudem die Höchstwertung von 100 Punkten vergeben und das gleich für drei Weine: den Blaufränkisch Alte Reben L 2023 von Moric, den Sauvignon Blanc Südsteiermark DAC Ried Zieregg XT GSTK 2017 von Tement und den Blaufränkisch Carnuntum DAC Ried Spitzerberg-Obere Spitzer 1ÖTW 2023 von Dorli Muhr.
Weingut des Jahres – Weingut Dorli Muhr
Ausschlaggebend war eine außergewöhnlich geschlossene Blaufränkisch-Serie des Jahrgangs 2023, welche die Jury mit Präzision, Finesse, Spannung und einer unverwechselbaren Herkunftsprägung begeisterte. Die Auszeichnung würdigt dabei nicht nur Dorli Muhrs konsequente stilistische Handschrift, sondern ausdrücklich auch die Teamleistung hinter den Weinen: Gemeinsam mit Tochter Anna Niepoort und Kellermeister Lukas Brandstätter wird das Weingut in Prellenkirchen im Carnuntum kontinuierlich weiter entwickelt, mit Dorli Muhr als Dirigentin und Brandstätter als jenes „Orchester“, das ihre Ideen mit höchster Präzision in den Keller übersetzt.

