Das Ruhrgebiet ist eine einziartige Region des Wandels, die für Industriekultur, herzliche Menschen und Fußballleidenschaft steht.

Auf geht es ins Land der stillgelegten Zechen, Currywurst, Trinkhallen und Hafenromantiker.
Meine Liebesreise nach Duisburg
Früher Handelshafen und heute ein Kunsthotspot – das ist der Innenhafen von Duisburg.

Hier wurde Getreide, Kohle und andere Waren umgeschlagen.
Fast mystisch, geheimnisvoll scheint der Ort heute. Bereits in den 1960er Jahren wurden Teile der Hafeninfrastruktur nicht mehr genutzt und verfielen.
Die Umgestaltung begann dann erst in den 1990er Jahren.
Sir Norman Foster wurde mit der Planung beauftragt.
Wohnen und Arbeiten am Wasser – das war der Grundidee.
In Frankreich realisierte er 1993 das Carré d´Art in Nîmes, dieses war das Vorbild fúr den Innenhafen in Duisburg.
Von der Schwanentorbrücke aus, vorbei an alten Hafenkränen findet man jetzt moderne Architektur mit viel Glas.

Kulturbesucher aufgepasst, ein echtes Kunsthighlight liegt direkt am Duisburger Innenhafen.
Das Museum Küppersmühle.
Es ist eines der größten deutschen Privatmuseen mit viel alter Industriearchitektur.
Bereits 1860 gab es am Duisburger Innenhafen eine Mühle, die 1908 durch einen dreiflügeligen und heute siebenstöckigen Neubau ersetzt wurde.
Wenige Jahre später folgten ein Kesselhaus und ein Schornstein, später dann ein enormes Stahlsilo.
Die Neueröffnung als Museum im Jahr 1999 war eine Idee des Duisburger Kunstsammlers Hans Grothe.

Das Schweizer Architekturbüro Herzog & Meuron schuf einen modernen Museumsbau mit sechs Meter hohen Räumen und rotem Backstein außen.
Grothes Sammlung umfasst 800 zumeist deutsche Kunstwerke.
Diese können genau hier ihren ganzen Zauber entfalten.

Die Sammlung Grothe wurde dann vom Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher übernommen.
Sylvia ist Erbin des Wella-Konzerns und wurde durch den Verkauf des Unternehmens reich.
Sie konnte in Kunst investieren, und trieb die Erweiterung der Kúppersmúhle auf 5.000 Quadratmetern Museumsfläche voran.
Hier präsentiert man: Hans Arp, Willi Baumeister, Gotthard Graubner, Gerhard Richter und Georg Baselitz.

Im zweiten Obergeschoss findet man Anselm Kiefer, Markus Lüpertz und A.R. Penck.
Spektakulär anzuschauen sind die historischen Silos, die eine Verbindung zwischen Alt- und Neubau schaffen, durch Lichtinszenierung wird der alten Industriekultur ein Denkmal gesetzt.
Die beiden Treppenhaustürme aus terrakottafarbenem Beton wirken wie eine gigantische Skulptur.
Das Treppenhaus am Altbau ist aus rotem Backstein gebaut und Teil der Fassadeninszenierung.
Die Besucher steigen im Inneren des Museums in einer spiralförmigen Bewegung nach oben.
Das Licht fällt durch schmale Öffnungen und sorgt für Entschleunigung.
Im Neubau ist die Treppe nach Innen verlegt, so dass das Raumerlebnis anders ist.
Dann fahren wir kurz durch Schimanski Town.
Kommissar Schimmi ist Kult.
Sein Einsatzgebiet war Duisburg-Ruhrort, direkt am größten Binnenhafen Europas.
An der Rheinpromenade am alten Hafenbecken findet man den Radschleppdampfer Oscar Huber, im Hintergrund sind Kräne und Hafenanlagen zu sehen.
Mit der Horst-Schimanski-Gasse und einer Bronze-Büste hat man Schimmi ein Denkmal gesetzt.
Direkt gegenüber der Schimanski-Büste befindet sich die Hafenkneipe Zum Hübi.
Von der Decke hängt ein Haifisch mit beeindruckenden Zahnreihen herunter, Zebrastreifen weiss und blau, dass gilt dem MSV – dem Meidericher Spielverein.
Die Begrüßung ist herzlich. Hier trinkt man Köpi – König Pilsener – und dazu gibt es Currywurst.
Wow.
Die Anfänge des Hafens von Duisburg gehen auf das 14. Jahrhundert zurück und eine Zollstelle auf einer Insel im Rhein.

Wir schauen uns die alte Schifferbörse an, wo einst die Fracht gehandelt wurde.
Nur wenige Schritte entfernt liegt das Stammhaus der Firma Haniel, die 1756 als Kolonialwarenhandel startete und heute ein weltweit operierender Konzern ist.
125 Hafenkneipen gab es im Jahr 1958 in Duisburg-Ruhrort.
Eine der berüchtigten Hafenkneipen war die von Tante Olga.
Olga war über Paris nach Duisburg gekommen.
In ihrem Lokal servierten leicht bekleidete Damen.
Heute sieht man nichts mehr von der Vergangenheit Duisburgs als St. Pauli des Ruhrgebiets.
Das Kőpi schmeckt aber immer noch.
Weiter geht es zum Landschaftspark Duisburg-Nord, ein altes Industriegelánde rund um ein stillgelegtes Húttenwerk in Duisburg Meiderich.
Die Stahlproduktion war einst fúr den Aufschwung des Ruhrgebiets verantworlich.
Nach dem 2. Weltkrieg waren fast eine Millionen Bergleute und Hüttenarbeiter im Ruhrgebiet tätig.
In Duisburg zählte man 1967 sieben Hütten mit insgesamt 36 Öfen.
Heute sind noch zwei Hütten mit sieben Öfen übrig geblieben. Im Thyssen-Werk in Meiderich gab es fünf Hochöfen, von denen zwei bereits Ende der 1960er Jahre abgerissen wurden.
Ein Architekturwettbewerb wurde ausgeschrieben, mit dem Ziel, das Gelände und die noch bestehenden Gebäude neu zu nutzen und Besuchern zugänglich zu machen.
Tipp der Redaktion: Einfach mal vorbeischauen.
