In New York waren wir oft.
Mal schauen, wie man auf den Inseln vor der Stadt lebt.
Lets go Long Island.

Extravagant ist es hier:
Während die Kaviarkügelchen im Gaumen förmlich explodieren, gibt es hier einen schönen Kontrast zum Kaviar-Aroma.
Dass hier nur das Beste auf den Tisch kommt, beweisten die Austern.
Die Edelmuscheln der Sorte Crassostrea virginica wachsen in einem mit Bojen abgeteilten Teil der Southold Bay.
Jede einzelne kann in 24 Stunden 200 Litter Wasser filtern.
Wow!
Darum hat der Staat New York ein Programm zur Wiederansiedlung der Austern aufgelegt.
Früher hat man sie überall im Meer vor der Stadt gefunden, teils in riesigen Mengen.
Jeder konnte sich im Wasser Austern sammeln.
Perfekt, schnell war man satt vom proteinreichen Fleisch. Austern gibt es nun weniger häufig.
Vor allem in Long Island.
Die «lange Insel» östlich von New York City gilt als «Hollywood East».
Wohlhabende von der Ost- und Westküste haben hier Wochenendvillen.
Ein Leben zwischen Strand, Country Club und Gartenparty, vor allem in den Hamptons.
So werden die Orte am südöstlichen Ende der Insel, der South Fork, genannt.
Auf dem Weg nach Montauk an der Spitze der South Fork liegen Westhampton, South- und Bridgehampton sowie East Hampton.
Shops wie auf der Fifth Avenue, die Villen versteckt und abgeschirmt.
Ganz anders ist das Bild auf der North Fork, dem nördlichen Ende.
Das haben wir noch kurz vor der Abreise vom Big Apple aufgeschnappt.

Hier gibt es weniger Glamour.
Dafür Felder, Farmstände an den Straßen und Weingüter.
Das Klima ist vergleichsweise mild, man ist auf dem gleichen Breitengrad wie Rom oder Madrid.
Heute gehört Paumanok, so der Name der Winzerei und Long Islands zum Establishment
Ihr Wein wurde vor dem Grappa schon im Weißen Haus serviert.

Ein anderer Winzer ist Roman Roth, er gelangte an die Wölffer Estate in Sagaponack, eines der bekanntesten Weingüter in den Hamptons.
Roth ist weit über den Staat New York hinaus bekannt für seine eleganten Weine.
Die stellt er aus den Trauben her, die auf den rund 71 Hektar Land wachsen, in dem typischen Lehmboden der sich über dem Sand festgesetzt hat.
Merlot, Chardonnay, Trebbiano, Pinot Noir und Vignole bauen sie an auf dem Gut.
Die Weine erhalten Höchstnoten bei Wettbewerben, aber man hat sich ein Stück Bodenständigkeit erhalten.
Bei Weinfesten auf dem Gut geben sich Promis und ganz normale Leute die Klinke in die Hand.
Und natürlich kann man auch in New York die Weine bestellen.
Eine feste Größe der lokalen Küche ist Jerry Dicecco, der kochend durch Frankreich und Italien reiste.
In New York City stand er in der Küche von Daniel Boulud, einem mit Michelin-Sternen geschmückten Franzosen, der seit vielen Jahren in den USA wirkt.
Inzwischen ist er zurück in Riverhead.
«Jerry and the Mermaid», das ist eine Mischung aus schicker Sterneküche und dem ganz normalen amerikanischen Leben: Hier bekommt jeder, was ihm schmeckt.
Egal, ob Celebritiy oder der Nachbar.
Heute ist regional Einkaufen schon fast ein Luxus, aber in Long Island ist es noch immer möglich.
Das gilt nicht nur für Gemüse und Obst, sondern auch für vieles, das das Meer hergibt.
Dafür ist Cody Homan zuständig, als Geschäftsführer von Braun Seafood in Cutchogue.
Bei ihm kaufen die Edelköche von der Insel ein, die «Private Chefs», die sich viele Haushalte leisten – aber auch die ganz normalen Leute, die auf Long Island leben.
Die Küche ist dennoch zumeist klein, aber allerfeinst; Kaviar mit Rösti, aufgeschlagener Crème fraîche und Schnittlauch, pochierten Eiern und warmem Brioche.
Doch das beste Rezept hier ist das einfachste: Omelette mit Kaviar.
Wegen dieser feinen Salzigkeit meint man fast, man beisse in ein Käseomelett.
Auswählen kann man aus acht Kaviar-Arten aus Zuchtbetrieben in verschiedenen Regionen der Welt. Eine schöne Aromenvielfalt, mit der man sein Geschmacksprofil in Sachen Rogen erweitern kann. Je nach Kaviarsorte und Gewicht kostet das Gericht zwischen 95 Dollar (30 Gramm White Sturgeon) und 540 Dollar (80 Gramm Selection Osciera)
Anreise: Direktverbindungen gibt es von Deutschland aus zu den Flughäfen John F. Kennedy und Newark.
Long Island ist mit dem Auto und der Eisenbahn, der Long Island Rail Road, zu erreichen.
Einreise: Touristen aus Deutschland brauchen einen Reisepass sowie gebührenpflichtige elektronische Einreisegenehmigungen für die USA.
Reisezeit: Zwischen Ende Mai und Anfang September ist das Wetter am schönsten.
Übernachtungen: Auf Long Island gibt es alle Arten von Hotels, Airbnb, Pensionen, Zimmer und Häuser.
