Julia Orschiedt wurde am 17. November 2025 in der Grand Hall Zollverein in Essen zur Patissière des Jahres 2025 ernannt.

Wow!

Die Karriere von Julia Orschiedt zeigt eine beeindruckende Kombination aus Neugier, Disziplin und stetiger Weiterentwicklung. Sie wurde ursprünglich als Köchin ausgebildet, fand jedoch über verschiedene Umwege zur Patisserie und entwickelte dort schnell eine eigene Handschrift. Sie arbeiten ruhig und analytisch, aber auch kreativ. Im täglichen Küchenbetrieb zeigt sie Präzision und ein feines Gespür für Texturen und Aromen, Eigenschaften, die sich im Wettbewerb deutlich bemerkbar machten.

Im Rahmen eines Live-Wettbewerbs, der die Finalrunden von Patissier des Jahres und Koch des Jahres erstmals zusammenbrachte, fiel die Entscheidung. Die Finalisten zeigten ihr Können vor über 1.200 Fachbesuchern und Medienvertretern unter realen Servicebedingungen. Orschiedts Sieg ist nicht nur ein persönlicher Meilenstein für ihn; er ist auch ein wichtiger Moment für die zeitgenössische Dessertkultur im deutschsprachigen Raum.

Ein doppeltes Jubiläum der Spitzenküche: Der Vorhang geht auf!
Die zehnte Auflage von Koch des Jahres machte den Wettbewerb historisch bedeutsam. Zum ersten Mal trafen zwei namhafte Formate zur gleichen Zeit in einer Arena aufeinander. Mit dieser Situation stiegen nicht nur die Spannungen, sondern auch die Anforderungen an alle Beteiligten. In nur wenigen Stunden mussten mehrere Dessertkompositionen kreiert werden, die gleichzeitig handwerklich präzise und kreativ eigenständig waren. In der Live-Situation war es entscheidend, dass man sich voll konzentrierte und die Abläufe absolut sicher waren.

Der Weg ins Finale: Über 200 Bewerbungen und die Auswahl der Besten
Ein digitaler Vorentscheid, an dem über 200 Pâtissiers aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilnahmen, ging dem Wettbewerb voraus. Für das Finale schaffte es nur eine kleine Elite. Neben Julia Orschiedt konnten auch Larissa Wehrli aus der Schweiz und Thomas Le Sueur aus Berlin überzeugen. Das Teilnehmerfeld wurde durch weitere erfahrene Fachkräfte aus der gehobenen Gastronomie ergänzt. Die stilistische Vielfalt und das hohe Niveau der gegenwärtigen Patisserie-Szene wurden durch die Auswahl eindrucksvoll repräsentiert.

Ein Gesamtkunstwerk aus drei Desserts
Julia Orschiedts Sieg beruhte auf einem Dessert-Trio, das sowohl in der Konzeption als auch geschmacklich überzeugte. Ein Freestyle-Dessert vereinte unkonventionelle Zutaten zu einer geschmacklichen Harmonie und bewies Mut zur kulinarischen Grenzüberschreitung. Ein anderes Dessert präsentierte fünf unterschiedliche Texturen, die sich genau abgestimmt ergänzten und technische Meisterschaft zeigten. Abschließend gab es eine Praline mit überraschender Aromatik, die klassische Erwartungen bewusst unterlief. Insgesamt entstand ein konsistentes Gesamtbild, das die Jury in allen Bewertungskategorien überzeugte.

Beurteilung auf höchstem fachlichem Niveau
Internationale Sterneköche, Patissiers mit viel Erfahrung und technische Fachleute bildeten die Jury. Kreativität, handwerkliche Ausführung, Textur, Präsentation und Geschmack waren die Kriterien der Bewertung. Die Balance zwischen Idee und Umsetzung wurde besonders betont. Orschiedts Desserts zeichneten sich laut den Juroren durch eine erstaunliche Klarheit aus, obwohl sie gleichzeitig komplexe Geschmackseindrücke boten. Diese Kombination war letztlich entscheidend für den ersten Platz.

Intensive Konkurrenz mit individuellen Handschriften
Die Arbeiten der Zweit- und Drittplatzierten waren ebenfalls außergewöhnlich. Internationale Geschmäcker und kulturelle Inspirationen wählte Larissa Wehrli, die sich in komplexen Dessertkonzepten zeigten. Im Gegensatz dazu verband Thomas Le Sueur mit seinen Kreationen kulinarische Erzählungen, die Natur, Herkunft und das Produkt im Mittelpunkt vereinten. Die unterschiedlichen Ansätze zeigten sowohl den hohen Anspruch des Wettbewerbs als auch die kreative Vielfalt der Finalisten.

Sonderpreise: Ein Zeichen für Verantwortung und Innovation
Zusätzlich zum Haupttitel erhielten weitere Auszeichnungen nachhaltiges Arbeiten, kreative Ansätze und technische Exzellenz Anerkennung. Die genannten Preise belegen, dass die moderne Patisserie weit mehr als einen Genuss bieten möchte; sie umfasst Umweltbewusstsein, Verantwortung im Umgang mit Ressourcen und Innovationsgeist.

Mit dieser Maßnahme setzt der Wettbewerb bewusst Akzente für die Zukunft der Branche.


Durch den Sieg rückt das Restaurant Pietsch verstärkt in die Aufmerksamkeit der Fachöffentlichkeit.

Das Haus bietet eine moderne Küche, die europäische Klassik mit internationalen Einflüssen vereint. Julia Orschiedts Erfolg ist ein Beweis dafür, wie wichtig ein harmonisch zusammenarbeitendes Küchenteam und eine klare kulinarische Vision sind.

So wird die Auszeichnung zu einem Schaufenster für Wernigerode und für eine Gastronomie, die stets Innovation und Qualität vereint.

Photos: Erik Witsoe