„Berliner Meisterkoch 2026“
ist Lode van Zuylen aus dem Restaurant REMI.

Ein Küchenchef, der genauso Gastronom ist und Gastgeber. Der die ganze Stadt auf diese Bühne – das wunderhübsche Restaurant im Suhrkamp-Haus an der Torstraße – einlädt, ohne sich dabei entscheiden zu müssen, ob das Remi nun Fine Dining ist oder ein Gesellschaftslokal oder ein Grand Café der niederländisch-flämischen Tradition, aus der Lode von Zuylen kommt.

Die Produkte und die Produzenten, sie sind immer noch wichtig. Aber genauso ist es der Moment, das Zusammenkommen am Tisch, die Feier der Gemeinschaftlichkeit. Der Kompromiss einer radikal konzeptionellen und exzellenten
Küche und der Lässigkeit des guten, selbstverständlichen Geschmacks gelingt nirgends so gut wie im Remi. So gut, dass es dort kein Kompromiss mehr ist.

Den Titel „Aufsteiger des Jahres 2026“ erhält Tanadon Santanaviboon vom Hanuman Thai Curry House und Rram. Aus

Wenn einer weiß, wie Aufstieg geht, dann Don. Vom Teenie mit abgebrochener Kochausbildung, der ab und an auf der Straße schlief, zum Macher der angesagtesten Restaurants der Stadt: Tanadon „Don“ Santanaviboon (31) hat eine der ungewöhnlichsten Karrieren der Berliner Gastroszene hingelegt. Sein Handwerk lernte er durch Beobachten, Fragen und Ausprobieren. Heute betreibt er bereits sein fünftes erfolgreiches Projekt: das Rram in Mitte. Don hatdamit der thailändischen Küche ein Denkmal gebaut. Dort wurde Kochen zur Kunst, es wurde das Gleichgewicht der Aromen perfektioniert: süß, sauer, salzig
und scharf – alle stehen in Spannung zueinander. Diese Küche ist eine der raffiniertesten der Welt. Während in Versailles die Haute Cuisine entstand, wurde am Hof von Ayutthaya mindestens ebenso fein gekocht. Don wiederum verbindet die thailändische Palastküche mit Gerichten, wie sie jede Thai-Familie zu Hause kocht.

Sein Anspruch: volle Geschmackskante, kompromisslose Schärfe und Respekt vor einfachen Zutaten. „Ich will, dass die Leute über mein Essen weinen“, sagt er.

In der Kategorie „Berliner Gastgeberin 2026“ fiel die Wahl der Jury auf Isabell Wendel aus dem Bricole.

Aus der Begründung der Jury: 

Und wieder steht ein Teammitglied des Bricole auf der Bühne der Meisterköche: Das Bricole sieht sich als lebensnahes Nachbarschaftsrestaurant, obwohl es mit
einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist. Und besonders gut wird diese raffinierte Idee von Gastgeberin Isabell Wendel verkörpert. Sie kennt die kulinarischen
und vinophilen Vorlieben ihrer Nachbarn im Prenzlauer Berg. Und als Sommelière weiß sie natürlich auch ein perfektes Bier-Pairing einzusetzen.

Isabell Wendel hat die Hemmschwellen des Sternerestaurants weggerissen, der Gast bekommt guten Wein für einen fairen Preis, das ist nicht mehr selbstverständlich in einer Zeit, in der in anderen Restaurants vor allem alkoholfreies Weizenbier und Aperol Spritz auf den Tischen steht. Isabell Wendel weiß das mit Professionalität, Herzlichkeit und Empathie zu verhindern.

Das „Berliner Szenerestaurant 2026“ ist in diesem Jahr das Restaurant Saint Farah. Aus der Begründung der Jury:

Wie schön, wenn man als Jury die Entwicklung eines Kochs über die Jahre verfolgen kann. Nadav Kundel lernten wir zunächst im Night Kitchen kennen,
später als Küchenchef des Papillon. Längst war klar: Dieser talentierte Koch braucht sein eigenes Restaurant.

Jetzt hat er es – gemeinsam mit seinem Cousin Gil Azrielan: das Saint Farah, benannt nach seiner Großmutter. Doch hier wird keine nostalgische Levante-Küche serviert. Kundel hat sich in Berlin und London inspirieren lassen und daraus einen eigenen, zeitgeistigen Stil entwickelt. Seine Kücheverbindet Erinnerungen mit internationalen Einflüssen: Farahs gegrillter Mangold mit Lamm trifft auf Bun-Cha-Aromen, dreifach frittierte Fries auf Sambal-Butter, Miesmuscheln auf Reiswein und Chili-Crisp.

Das Saint Farah ist familiär und schick zugleich, lässig und weltoffen – und vor allem ein Restaurant, in dem man sehr gut essen kann. Herzlichen Glückwunsch an Nadav Kundel und Gil Azrielan zum Szenerestaurant des Jahres!

Der „Berliner Kiezmeister 2026“ ist der Tresen-Treff in Wilmersdorf. Aus der Begründung der Jury:

Dass ausgerechnet eine ausrangierte Eckkneipe zur kulinarischen Attraktion des vergangenen Jahres werden konnte, zählt zu den größeren
Überraschungen der jüngeren Berliner Gastro-Geschichte. Betritt man den Tresen Treff, ahnt man erstmal: nichts. Hier stehen Hydrokulturpflanzen
im Schaufenster, eine Hertha-Fahne hängt über der Tür, Spielautomaten blinken an der Wand und ein Fernseher läuft ohne Ton.

Als der Wirt in Rente ging, bewahrten Julia Bentzien, Laurens Friedl und Josha Karlborg den Charme der urigen Kneipe, modernisierten aber die
Speisekarte. Die beiden Köche, lange in der Spitzengastronomie tätig, servieren hier Berliner Klassiker zum kleinen Preis mit viel handwerklicher Leidenschaft: Griebenschmalzstulle auf hausgemachtem Brot, Schweinskopfsülze mit Meerrettich und Remoulade, Tomatensalat mit Estragon und
Johannisbeere oder Kartoffelbrei mit aromatisierter Milch, Röstzwiebeln und Schnittlauch. Dazu schmeckt ein frisch gezapftes Helles der Brauerei Spalter aus Franken. Völlig unmöglich, es nicht zu mögen.

Die Auszeichnung für die „Berliner Barkultur 2026“ geht an den Rum Trader.  Aus der Begründung der Jury:

Hätten sich Charlotte Fedtke und Sahand Zamani 2019 nicht entschieden, den Rum Trader zu übernehmen, wäre eine Institutionen der Berliner Barkultur
heute womöglich Geschichte. Seit 1976 wird hier im „Institut für fortgeschrittenes Trinken“ auf nur 32 Quadratmetern und in dunkel-gediegener
Atmosphäre kompetent beim Rausch assistiert. Genauso lange hat sich kaum etwas verändert: Erst nach dem Klingeln wird Einlass gewährt, es wird
geraucht und gesiezt. Es gibt einen Kanzlercocktail, Original Singapore-Sling-Gläser aus dem Raffles Hotel und die passenden Geschichten dazu.
Schwerpunkte sind Gin-, Champagner- und natürlich Rumcocktails wie der Royal Bermuda Yachtclub oder Planter’s Punch. Berlins älteste, privat
geführte Bar ist ein Ort wie eine Zeitkapsel und gerade deshalb von zeitloser Bedeutung. Fedtke und Zamani führen den Rum Trader mit Respekt
vor seiner Geschichte und dem Gespür dafür, sie lebendig zu halten.

Und in der Kate

Innovation in der Gastronomie? Das klingt nach Disruption wie Roboter in der Küche oder Schaum auf dem Teller. Dabei beginnt sie oft viel
unspektakulärer: bei der Frage, wie man es anders machen könnte als bisher. Und besser. Für Anja und Carsten Schmidt liegt die Antwort im Wein.
Ihre Weinläden holten deutschen Wein in Berlin aus der Nische. Das Rutz besetzte 2001 die Lücke zwischen Eckkneipe und Grand Restaurant;
gestartet als unprätentiöse Weinbar, heute das einzige Drei-Sterne-Restaurant der Stadt. Im Zollhaus am Landwehrkanal wird Berliner Küche
weitererzählt, im Schmidt Z&KO Genuss in Kursen und Seminaren weitergegeben. Ihre Betriebe wurden zur Talentschmiede: Aus ihnen gingen
Köchinnen und Köche, Sommeliers und Gastgeber hervor, die die Gastronomie der Stadt heute prägen. Berlin haben sie nicht mit einem einzigen
spektakulären Laden verändert, sondern mit einer ganzen Genusslandschaft.

De

Die bisherigen Preisträger der Berliner Meisterköche seit Beginn der Ehrung im Jahr 1997 werden in einer Chronik kommuniziert.

Unsere Pressemappe mit Hintergrundinformationen zu allen Preisträgern, der Historie der Berliner Meisterköche finden Sie hier.
Aktuelle Fotos (diese werden am Montag, 09.11.2026 bis mittags online gestellt) finden Sie auf unserer Website unter Impressionen
(bitte ausgewähltes Foto anklicken und dann auf Download gehen). Bitte beachten Sie das Copyright der Fotos: © Berlin Partner / eventfotografen.berlin.

Die Berliner Meisterköche
Partner für Berlin als Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing hat es sich 1994 zur Aufgabe gemacht, Berlin zu vermarkten. Dazu gehört die Förderung,
Unterstützung und Durchführung von Maßnahmen, die der Hauptstadt und dem Wirtschaftsstandort Berlin dienen. So profiliert Partner für Berlin mit der
Marke „Berliner Meisterköche“ die gehobene Restaurantkultur und die Vielfalt der Gastro-nomieszene der Hauptstadt als wichtigen Wirtschaftsfaktor und
Aushängeschild der Stadt, denn gutes Essen und gute Geschäfte gehören zusammen.

Seit 1997 werden deshalb jährlich Personen aus der Gastronomie und kulinarische Konzepte in verschiedenen Kategorien der „Berliner Meisterköche“
ausgezeichnet. Zu den ehemaligen Preisträgern gehören u.a. Nicholas Hahn, Max Strohe, Sarah Hallmann, The Duc Ngo, Sebastian Frank, Sonja Frühsammer,
Tim Raue und Cookie Heinz Gindullis.

Neben der Qualität der
Kochkunst die Originalität der Kreationen, die Präsentation der Speisen, den Service und das Ambiente.

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