Wow.

Ich liebe die Stadt der Engel, ich selbst lebte drei Jahre in Bangkok und verfolge den Aufstieg der Berliner Zwillinge Thomas und Mathias Sühring schon lange.

Insbesondere auch weil ich Bangkok so mag.

Krung Thep Maha Nakhon seit 1782 die Hauptstadt des Königreichs Thailand.

Die Stadt ist das politische, kulturelle Zentrum Thailands mit vielen Palästen und 400 Wats (buddhistischen Tempelanlagen) und Klöstern.

Seit 2008 sind die Sührings in Bangkok.

Sicherlich hatten sie nicht die Absicht, so lange zu bleiben.

Aus zwei wurden dann vier Jahre, und nun sind sie schon fast 17 Jahre dort.

Nach dem dritten Stern im eigenen Restaurant werden sie bestimmt noch bleiben.

Das Resto hat einen emotionalen Heimataspekt für die Brüder.

Wenn sie kochen, versuchen sie sich an die Kindheit zu erinnern, an das, was die Großeltern und Eltern gekocht haben und womit sie aufgewachsen sind.

Die Großeltern hatten einen eigenen Hof mit Gemüsegarten, mit Apfel- und Kirschbäumen.

Es gab dort eine Viehzucht mit Enten, Hühnern und Schweinen, die dort geschlachtet wurden.

Es wurde Wurst gemacht, alles Mögliche eingeweckt und dann im Keller gelagert.

Im Herbst ging es in den Wald zum Pilzesammeln und Beerenpflücken.

Diese Erinnerungen gehen nie wieder weg.

Geboren wurden Thomas und Mathias Sühring am 30. April 1977 in Berlin-Friedrichshain, sie wuchsen in einer Plattenbausiedlung in Berlin-Marzahn auf.

Beide lernten Koch in Berliner Hotels, arbeiteten dann für verschiedene Sterne-Köche iim Aqua in Wolfsburg, Rom und Amsterdam, bevor sie nach Bangkok gingen, um gemeinsam die Küche des „Mezzaluna“, ein feines Restaurant ­in Thailands, zu leiten.

Die alte Diplomatenvilla, in der das „Sühring“ eröffnete, liegt in einem tropischen Garten unweit meines ehemaligen Zuhause und meiner Arbeitsstátte dem Goethe Institut in Bangkok.

Zum Restaurant:

Die Sührings servieren deutsche Kost.

Als Vorspeisen gibt es „Pretzel & Obatzda“ oder „Bismarckhering“, die Frankfurter Grüne Soße kommt als Praline daher, über die Käsespätzle wird Trüffel ­gehobelt

Eine belederte Büchse der Pandora beinhaltet einen Störhappen in Buttermilchhaut mit Kaviar. 

Die Böden der kleinen Päckchen sind angenehm knusprig, obendrauf ummantelt die Buttermilch die kleinen Stücke des Knochenfisches aus dem nördlichen Thailand cremig-fettig.

Sozugen ein Canapé deluxe.

Immer hilft das Rezeptbuch von Oma Christa.

Es zeigt wie man Gemüse einlegt oder Eierlikör macht, den es zum Abschluss des Menüs gibt.

Die Erinnerungen an die Kindheit sind so wichtig, weil die Brüder nie wirklich deutsch gekocht haben.

Wirklich intensiv haben sie sich erst mit deutschen Gerichten und der Geschichte der deutschen Küche beschäftigt, als sie am Konzept für das Restaurant gearbeitet haben.

Sie sehen sich als Botschafter, die nun in Asien im Einsatz sind und wollen den Gästen die Vielfalt der deutschen Küche nahebringen.

Perfekt.

Bangkok ist eine sehr weltoffene Stadt ist, alles Neue reizt die Menschen hier.

Milchprodukte wie Sahne, Butter oder Käse werden nicht verwendet, also gibt es auch keine Kuhhaltung, wie man sie aus Deutschland kennt.

Auch Getreidesorten, so wie die Deutschen sie nutzen, werden nicht angebaut.

Also importieren die Sührings Mehle, Molkereiprodukte, Fisch und Fleisch meist aus Deutschland oder Japan. Die Butter machen sie selbst aus deutscher Sahne, das Brot backen sie aus deutschen Mehlen.

Sie arbeiten mit dem „Royal Project“ zusammen, das ist ein Landwirtschaftsprogramm im Norden Thailands, das vom verstorbenen König Bhumibol 1969 ins Leben gerufen wurde.

Von dort beziehen sie Gemüse, Obst und Kräuter, auch Regenbogenforellen und Flusskrebse werden dort gezüchtet.

Das Degustationsmenü trägt den Namen „Erlebnis“.

Dazu gibt es eine deutsche Weinbegleitung. Es fúhlt sich an wie ein deutsches Abendbrot.

Die Sührings tischen eine zünftige Brotzeit mit Bündnerfleisch, hausgemachtem Sauerteigbrot, Chorizo, Gewürzgurken, hauchfeiner Leberwurst und Salzbutter auf.

Dazu im Glas: ein kühles Hefeweizen.

Prost.

Dann folgt als „Signature dish“ der „Labskaus“.

Ein Stück Beef zu einer Praline gefaltet, mit einer Rote-Beete-Füllung.

Wow.

Diese vermittelt den Geschmack des Käpitänsgerichts mit einer salzigen Fischnote

Selbstredend abgerundet durch Ossietra-Kavier by AKI aus Hamburg.

Einfach großartig.

In einer Geschenkverpackung folgt dann eine Foie gras, dekoriert wie ein Zimtstern.

Attraktiv, ich liebe Thailand.

Einen Teil der Food- Beschaffungsprobleme könnten die Sührings lösen, wenn Sie nicht so gerne so deutsch kochen würden.

Offen bleibt, ob nicht doch eine etwas deutsch-asiatische-Fusionsküche auch den Thais gefällt.

Dies sind immerhin 90% der Kundschaft.

Egal.

Wer lang auf Reisen ist, kennt es vielleicht.

Zwischen all der spannenden kulinarischen Exotik kommt der Punkt, an dem man sich die Heimat zurückwünscht.

Gutes Brot, Butter, Wurst und Káse

Berliner Currywurst vom Curry 36 und bayerischer Obatzda sind hier Klassiker.

Es lohnt sich sie im Súhring zu probieren.

Das mag auch Freund Chef Gaggan ­Anand, der mit dem „Gaggan“ eines der erfolgreichsten Restaurants in Asien führt und gleichzeitig Partner und Investor bei den Sührings ist.

Tipp der Redaktion: Einfach alles probieren.

Die Stadt der Engel ist vielfáltig.

Bangkok ist eine der meistbesuchtesten Städte der Welt.

Es kommen 250 Millionen Touristen jedes Jahr aus aller Welt nach Bangkok.

Wow.

Die Menschen hier essen vier-, fünfmal am Tag.

Das Essen spielt gesellschaftlich eine riesige Rolle, thailändische Köche sind kreativ und handwerklich sehr begabt.

Darum kümmert man sich gewissenhaft, die begehrten drei Sterne im Michelin Thailand 2026 spiegele die herausragende kulinarische Exzellenz, die Beständigkeit und das Bekenntnis des Restaurants zu höchsten gastronomischen Standards wider, so der Guide Michelin.

Gratulation.

Wir freuen uns auf das Sühring im Januar 2026.

5555.