2016 kam der erste Michelin Sterm, zwei Jahre später folgte der zweite Stern und nun der dritte Stern.

Wow.

Ich selbst lebte drei Jahre in Bangkok und verfolge den Aufstieg der Berliner Zwillinge Thomas und Mathias Sühring schon lange.

Seit 2008 sind die Sührings in Bangkok.

Sicherlich hatten sie nicht die Absicht, so lange zu bleiben.

Aus zwei wurden dann vier Jahre, und nun sind wir schon fast 18 Jahre hier.

Thailand ist längst ihr Lebensmittelpunkt, und nach dem 3 Stern im eigenen Restaurant werden sie ganz bestimmt noch bleiben.

Sie vermissen zwar manchmal Familie und Freunde in Berlin.

Aber es geht ihnen fantastisch und das Resto hat sicher auch einen emotionalen Aspekt.

Wenn sie kochen, versuchen sie sich an die Kindheit zu erinnern, an das, was die Großeltern und Eltern gekocht haben und womit sie aufgewachsen sind.

Die Großeltern hatten einen eigenen Hof mit Gemüsegarten, mit Apfel- und Kirschbäumen.

Es gab dort eine kleine Viehzucht mit Enten, Hühnern und Schweinen, die dann geschlachtet wurden.

Es wurde Wurst gemacht, alles Mögliche eingeweckt und dann im Keller gelagert.

Im Spätsommer ging es in den Wald zum Pilzesammeln und Beerenpflücken.

Diese Erinnerungen sind immer da und gehen nie wieder weg.

Geboren wurden Thomas und Mathias Sühring am 30. April 1977 in Berlin-Friedrichshain, sie wuchsen in einer Plattenbausiedlung in Berlin-Marzahn auf.

Beide lernten Koch in Berliner Hotels, arbeiteten dann für verschiedene Sterne-Köche in Wolfsburg, Rom und Amsterdam, bevor sie nach Bangkok gingen, um gemeinsam die Küche des „Mezzaluna“, eines der besten Restaurants ­Thailands, zu leiten.

Die alte Diplomatenvilla, in der das „Sühring“ im Februar 2016 eröffnete, liegt in einem kleinen tropischen Garten unweit des quirligen Lebens der thailändischen Hauptstadt.

Hierher kommt man nur des Essens wegen.

Die Sührings servieren als Vorspeisen „Pretzel & Obatzda“ oder „Bismarckhering“, die Frankfurter Grüne Soße kommt als Praline daher, über die Käsespätzle wird Trüffel ­gehobelt.

Beliebt bei den Thais ist vor allem die sogenannte Brotzeit.

Das Original-Rezeptbuch von Oma Christa liegt im Safe.

Es zeigt wie man Gemüse einlegt oder Eierlikör macht, den es zum Abschluss des Menüs gibt.

Die Erinnerungen an die Kindheit sind so wichtig, weil die Brüder seit der Ausbildung zum Koch nie wirklich deutsch gekocht haben. Wirklich intensiv haben sie sich erst mit deutschen Gerichten und der Geschichte der deutschen Küche beschäftigt, als sie am Konzept für das Restaurant gearbeitet haben.

Sie sehen sich eher als Botschafter, die nun hier in Asien im Einsatz sind.

Sie wollen den Gästen die Vielfalt der deutschen Küche nahebringen.

Bangkok ist eine sehr weltoffene Stadt ist, alles Neue reizt die Menschen hier.

Milchprodukte wie Sahne, Butter oder Käse werden nicht verwendet, also gibt es auch keine Kuhhaltung, wie man sie aus Deutschland kennt.

Auch Getreidesorten, so wie die Deutschen sie nutzen, werden nicht angebaut.

Also importieren die Sührings Mehle, Molkereiprodukte, Fisch und Fleisch meist aus Deutschland oder Japan. Die Butter machen sie selbst aus deutscher Sahne, das Brot backen sie aus deutschen Mehlen.

Sie arbeiten mit dem „Royal Project“ zusammen, das ist ein Landwirtschaftsprogramm im Norden Thailands, das vom verstorbenen König Bhumibol 1969 ins Leben gerufen wurde.

Von dort beziehen sie Gemüse, Obst und Kräuter, auch Regenbogenforellen und Flusskrebse werden dort gezüchtet.

Das Degustationsmenü trägt den Namen „Erlebnis“.

Dazu gibt es eine deutsche Weinbegleitung.

Als „Signature dish“ gilt auch der „Labskaus“.

Ein Stück Beef zu einer Praline gefaltet, mit einer Rote-Beete-Füllung.

Wow.

Diese vermittelt den Geschmack des Käpitänsgerichts mit einer salzige Fischnote jedoch etwas feiner.

Selbstredend abgerundet durch Ossietra-Kavier by AKI aus Hamburg.

Einfach großartig.

In einer Geschenkverpackung folgt dann eine Foie gras, dekoriert wie ein Zimtstern.

Attraktiv, ich liebe Thailand.

Einen Teil der Food- Beschaffungsprobleme könnten die Sührings lösen, wenn Sie nicht so gerne so deutsch kochen würden.

Offen bleibt, ob nicht doch eine etwas deutsch-asiatische-Fusionsküche auch den Thais gefällt.

Dies sind immerhin 90% der Kundschaft.

Tartar ist neben Currywurst und bayerischem Obatzda einer der Klassiker, es lohnt sich wirklich sie zu probieren, das mag auch Freund und Chef Gaggan ­Anand, der mit dem „Gaggan“ eines der erfolgreichsten Restaurants in Asien führt und gleichzeitig Partner und Investor bei den Sührings ist.

Nun, ein kleiner Exkurs zur Stadt der Engel.

Bangkok ist eine der meistbesuchtesten Städte der Welt.

Es kommen immer rund 250 Millionen Touristen jedes Jahr aus aller Welt.

Was liebe ich an Thailand?

Wenn du irgendwohin kommst, ist immer die erste Frage, die dir gestellt wird: Hast du schon gegessen?

Die Menschen hier essen vier-, fünfmal am Tag. Das Essen spielt gesellschaftlich eine riesige Rolle.

Die Sührings haben noch weitere Fachkräfte aus Deutschland eingestellt, allesamt mit Erfahrung in der gehobenen Gastronomie.

Mit ihnen arbeiten Freiburger, Augsburger und Münchner.

Diese hatten auch ihre Anlaufprobleme. Im Allgemeinen sind thailändische Köche handwerklich sehr begabt. Sie lernen schnell, aber man muss schauen, dass das Endprodukt nach einer Woche immer noch genauso ist wie am ersten Tag.

Das Update auf die begehrten drei MICHELIN-Sterne im Guide Michelin Thailand 2026 spiegele die herausragende kulinarische Exzellenz, die Beständigkeit und das Bekenntnis des Restaurants zu höchsten gastronomischen Standards wider, so der Guide Michelin.

Wir freuen uns auf die Sührings im Januar 2026.

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