Das Restaurant in der Berliner Leibnizstraße 46 hat einen besonderen Charme für uns:
Die Nähe zum Gast, die herzliche Begrüßung, die unprätentiöse Lage, das alles wirkte erfrischend für uns.
Text: Jens Hoffmann
Photos: Annamaria Veszeli

Brutal lokal, „farm-to-table und nose-to-tail“ deluxe.

Ein nachhaltiger, ganzheitlicher Ansatz.
Unter dem Namen KONSULAT offeriert man hier moderne deutsche Küche.
Das Restaurant war ursprünglich zunächst eine Schankwirtschafdt und dann ein französisches Restaurant namens „Le Consulate“.
Der Name wurde nur eicht verändert, sozusagen fast der gleiche Name.
Konsulat – ohne „Le“ – signalisiert einen Wandel: Frankreich hat man Au revoir gesagt, stattdessen besinnt sich das Restaurant nun auf seine deutschen Wurzeln.
Willkommen im Konsultat.
Es duftet nach Sauerteigbrot.

Das Resto verbindet Bodenständigkeit mit modernen Akzenten und schreibt die Geschichte des Ortes fort, ohne seine Vergangenheit zu vergessen.
Ich nehme es vorweg, es hat wirklich Spaß gemacht.
Die zeitgemäße deutsche Küche vereint Genuss, Regionalität und Kreativität.
Der Küchenchef Raul Hennig ist uns aus dem Salzburger Sternerestaurant Hangar-7 bekannt.
Er hat eine klare Vorstellung, gekocht wird mit dem, was direkt vor der Tür wächst.
Verwertet wird alles, egal ob vom Rind oder Fisch.
Das ist ein nachhaltiges Statement.
Los geht`s:
Gerichte wie Labskaus erscheinen in modernem Gewand.
Zum Champagner gab es für mich eine modifzierte Labskausvariante mit Rindfleisch, gesalzenem Matjes, Rote Beete und Spreewald Gurke.
Obendrauf eine Extraportion Kaviar für mich.

Ein frischer, vollmundiger Genuss, der eine klassisch-hanseatische Aromenwelt sehr gekonnt modern interpretiert.
Wow, das war ein guter Start.
Ein Riesling vom Weingut Weil ist immer eine schöne Begleitung.

Das Filet vom Havelzander konnte geschmacklich und texturell überzeugen.
Ganz hervorragend passten dazu die Beilagen: Kohlrabi, Maronen, Grüner Apfel und Daikon Rettich.

Ein Hochgenuss, warm und üppig, präzise auf den Punkt gegaart.
Auch zum süssen Finale dann ein perfekter Begleiter.
Im Dessert fand Gemüse seinen Platz.

Süß eingelegter Rotkohl mit Schokoladensorbet.
Für mich gab es den Käseteller.
Ich habe viel probiert, aber trotz des reichhaltigen Menüs konnte ich nicht widerstehen und lasse mich auf eine ausführliche Reise durch die eher kräftigeren Milchfermentationen nehmen.
Ja, die Produkte aus Käsereien in Brandenburg begeisterten uns.
Am Ende bleibt kein Krümel übrig.
Dank der Kooperation mit lokalen Partnern bezieht das Konsulat hochwertige, ausgesuchte Lebensmittel direkt von regionalen Erzeugern.
Hier landen nur Fleisch und saisonales Gemüse aus dem Umland auf dem Teller.
Die Erzeuger aus Brandenburg sind Teil der Geschichte jedes Gerichts.
Die Gäste dürfen die Qualität herausschmecken und merken, dass jedes Produkt hochwertig ist.
Stimmt, das fanden wir auch beim -im Knochen servierten- Brandenburger Tartar.

All die erwartbaren Eigenschaften wie Saftigkeit, Süße und Säure waren bei allen Speisen vorhanden, und doch schmeckte das Zusammenspiel irgendwie anders.
Das ist ein Kompliment.
Petrolblaue Wände, massive Tische aus Holz und Granit sowie weich gepolsterte Samtstühle schaffen ein Ambiente, das den Konsulat Lifestyle widerspiegelt.
Die Stimmung im Restaurant ist gelöst, es wird gelacht und lustvoll geschlemmt.
Gedämpftes Licht fällt durch großzügige Fenster und taucht den Raum in warmes Gold; moderne Illustrationen an den Wänden verleihen Leichtigkeit.
Hier fühlt man sich willkommen wie bei Freunden –elegant, intim und doch ungezwungen.
Das Konsulat ist ein Ort mit Seele und viel Genuss.
Tipp der Redaktion: Einfach mal probieren.
Leibnizstraße 46, 10629 Berlin-Charlottenburg
Lunch 12.00 bis 15.00 Uhr
Dinner 18.00 Uhr bis 23.00 Uhr:
