Donnafugata ist ein feines Hotel (wir berichteten).

Aber es gibt auch eine Weingeschichte hinter dem Brand.

Gabriella Rallo wuchs in einer Familie mit Weintradition auf, war aber zunächst Lehrerin, Mutter – und eine Frau mit klarem Blick für das, was möglich ist.

In einer Branche, die von Männern dominiert war, beschritt sie bewusst eigene Wege. Sie wollte Weine schaffen, die die Identität ihrer Heimat widerspiegeln: klar, elegant, authentisch.

In Contessa Entellina, einer sanft hügeligen Region im Westen der Insel, fanden Gabriella und Giacomo schließlich ihr Zuhause. Dort begannen sie, brachliegende Flächen zu rekultivieren, experimentierten mit Rebsorten und reduzierten bewusst die Erträge, um Qualität über Quantität zu stellen. Der Name Donnafugata – „die fliehende Frau“ – entstammt aus dem Roman „Der Leopard“.

Er steht für Unabhängigkeit, Kreativität und Erneuerung.

Schon bald überzeugten die ersten Weine durch Persönlichkeit und Herkunftsbewusstsein – sie trugen die Handschrift einer Frau, die wusste, was sie wollte: Weine mit Seele

In den 1990er-Jahren wagte Donnafugata auf der windumtosten Insel Pantelleria, weit südwestlich von Sizilien, wächst die Zibibbo-Traube (Muscat d’Alexandrie) in niedrigen, von Lavasteinmauern umgebenen Mulden – ein System, das später von der UNESCO als Kulturerbe anerkannt wurde.

Aus diesen Trauben entstand der Ben Ryé Passito di Pantelleria, ein goldschimmernder Süßwein, der durch seine Komplexität und Finesse internationale Anerkennung fand. Er verkörpert bis heute den Geist Donnafugatas: kompromisslose Handwerkskunst, Respekt vor der Natur und das Streben nach Perfektion.

Mit der Tochter José Rallo begann ein neues Kapitel. Als studierte Ökonomin und leidenschaftliche Musikerin führte sie das Familienunternehmen in eine Ära der Internationalisierung. Sie baute den Export auf, professionalisierte die Kommunikation und verlieh Donnafugata ein unverwechselbares Profil auf dem Weltmarkt. Doch José ist weit mehr als Managerin – sie ist Künstlerin im besten Sinne. Als Jazzsängerin interpretiert sie Wein wie Musik: rhythmisch, emotional, im Einklang mit der Umgebung. Ihre Konzerte in den Weinkellern des Gutes sind legendär, eine Symbiose aus Klang, Raum und Geschmack.

Heute zählt Donnafugata zu den bekanntesten Weinmarken Italiens, vertreten in über sechzig Ländern und geschätzt in den besten Restaurants der Welt.

Doch trotz des Erfolgs ist das Weingut ein Familienbetrieb geblieben – geprägt von Werten, nicht von Schlagwörtern.

Was Donnafugata besonders macht, ist nicht allein die Qualität seiner Weine, sondern die Philosophie dahinter: Balance zwischen Moderne und Herkunft, zwischen weiblicher Intuition und fachlicher Präzision. Jede Generation hat den Stil weiterentwickelt, ohne den Kern zu verändern – den Respekt vor der Natur und das Streben nach Schönheit. Von Gabriella Rallo, der mutigen Pionierin, über José, die kommunikative Brückenbauerin, bis hin zu Gabriella Favara, der nachhaltigkeitsorientierten Visionärin – sie alle haben Donnafugata zu dem gemacht, was es heute ist: ein Symbol für Innovation, Beständigkeit und die Kraft weiblicher Perspektiven im Weinbau.

Donnafugata steht heute für mehr als exzellente Weine – es steht für eine Haltung. Für den Glauben daran, dass Tradition und Zukunft, Kunst und Handwerk, Familie und Fortschritt keine Gegensätze sind. In den Weinen spiegelt sich nicht nur die Landschaft Siziliens, sondern auch der Mut seiner Menschen – und besonders jener Frauen, die mit Geduld, Weitsicht und Hingabe etwas geschaffen haben, das weit über ihre Zeit hinaus wirkt. Oder, wie Gabriella Rallo es einst formulierte:

Fazit:

Wein bedeutet Geduld, Vertrauen und Leidenschaft.

Tipp der Redaktion: Einfach mal das Hotel, Golf in Sizilien und den Wein probieren.